Im Schnitt gibt’s fast 1.000 Euro zurück

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„Nur zwei Dinge auf dieser Welt sind uns sicher: Der Tod und die Steuer.“ Das Zitat Benjamin Franklins bringt es auf den Punkt: jeder zahlt Steuern. Gut zu wissen, dass es gute Chancen gibt, unter bestimmten Umständen wieder was zurück zu bekommen. Informieren lohnt sich!

Nein, nicht jeder ist verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben. Dennoch – und das zeigt eine Erhebung des Statistischen Bundesamtes – kann sie sich echt lohnen. Denn in neun von zehn Fällen gibt es für Arbeitnehmer eine Rückerstattung, die im Schnitt mit 974 Euro knapp an der 1.000-Euro-Marke kratzt. Aber wie geht das mit der Steuererklärung überhaupt? Wann muss sie abgegeben werden, und was ist sonst noch wichtig?

 

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Viele Arbeitnehmer müssen sich um eine Steuererklärung erst einmal keine Gedanken machen. Eigentlich. Denn durch die Einordnung in eine von sechs Steuerklassen erfolgt automatisch der Lohnsteuerabzug. Nur: Oft gibt es über den Arbeitslohn hinaus noch weitere Einkünfte – etwa aus Vermietungen oder Zinsen. Oder auf der Ausgabenseite fallen besonders viele Handwerkerkosten an.

Zunächst einmal: Wer muss verpflichtend eine Steuererklärung abgeben? Definitiv Selbstständige, Personen die Einkommen aus mehreren Jobs haben oder die Ersatzleistungen wie Arbeitslosen-, Kurzarbeiter-, Kranken- oder Elterngeld oder eine Abfindung erhalten (haben). Und auch Arbeitnehmer, die in Steuerklasse V oder VI beschäftigt sind (gilt auch für den Partner / die Partnerin). Außerdem muss jeder, der besondere Einkünfte erzielt, zum Beispiel eine Photovoltaikanlage betreibt und Strom ins Netz einspeist oder Geld aus Vermietung / Verpachtung einnimmt, eine Steuererklärung machen. Zusätzlich gibt es weitere Sonderfälle.

Steuererklärung: Lohnt es sich für Berufsanfänger?

Wer sich jetzt nicht wiedererkannt hat, sollte aber dennoch über eine Steuererklärung nachdenken. Gute Beispiele, mit denen sich einiges an Geld zurückholen lässt, sind etwa die Werbungskosten. Darunter fällt alles, was dem Erwerb, der Sicherung und der Erhaltung von Einnahmen dient. Ob die beruflich notwendige doppelte Haushaltsführung, Bewerbungskosten, Fachliteratur, Beiträge zu Berufsverbänden, Kosten für das Arbeitszimmer oder Fortbildungen – die Liste ist nahezu endlos. Gerade Berufseinsteiger können hier profitieren, fallen doch beim Start ins Berufsleben besonders viele Kosten an – auch ein Umzug oder die Maklergebühren für die neue Wohnung können steuermindernd angesetzt werden.

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Handwerkerleistungen

Ein ganz anderes Thema sind die Handwerkerleistungen: Wer in Eigentumswohnung, Haus oder auf dem Grundstück für sich arbeiten lässt, kann 20 Prozent der Arbeitskosten von der Steuer absetzen – bis zu einem Betrag von 1.200 Euro pro Jahr. Und dann gibt es noch die haushaltsnahen Dienstleistungen, dazu gehört unter anderem die Reinigung.
An sich bleibt immer bis zum 31. Juli Zeit, die Steuererklärung fürs Vorjahr abzugeben. Wer dazu aber gar nicht verpflichtet ist hat sogar vier Jahre lang Zeit, eine freiwillige Steuererklärung einzureichen. In jedem Fall lohnt es sich, die persönliche Situation mit einem Steuerberater zu besprechen. Er kennt alle Möglichkeiten, steuerlich das Beste herauszuholen. Denn, zurück auf Anfang: In neun von zehn Fällen gibt es eine Erstattung!