Gesunder Dreckspatz

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Für Kinder ist es wichtig, mit Mikroorganismen in Berührung zu kommen. Denn das hilft, eine gesunde Darm- und Hautflora aufzubauen, die vor schädlichen Keimen schützt. Foto: djd/mhplus/Superingo - stock.adobe.com

Warum Babys und Kleinkinder Keime brauchen

(djd). Ob es der dreckige Schnulli ist, eine Handvoll Sand oder Bello, der feucht-fröhliche Begrüßungen mag: In der Welt eines Babys ist Schmutz an der Tagesordnung. Und dies lässt sich kaum verhindern. Glücklicherweise muss man das auch gar nicht. „Für Kinder ist es wichtig, mit Mikroorganismen in Berührung zu kommen. Denn das hilft, eine gesunde Darm- und Hautflora aufzubauen, die uns letztlich vor schädlichen Keimen schützt“, erklärt Dr. Rolf Herzog, medizinischer Berater der mhplus Krankenkasse. Hygiene sei in einem Babyhaushalt zwar angebracht, dies jedoch in einem gesunden Maß. Für Frühchen, so Herzog, gelten allerdings strengere Regeln: „Frühchen sind deutlich empfindlicher und brauchen daher ein erhöhtes Maß an Hygiene.“

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Unbedenklicher Alltagsschmutz

Für reif geborene, gesunde Babys ist normaler Haushaltsschmutz in der Regel unproblematisch. Werden beispielsweise die Böden einmal pro Woche mit einem milden Reinigungsmittel gesäubert, ist dies für kleine Krabbler völlig ausreichend. Landet der Schnuller mal auf dem Boden, genügt es bei älteren Babys, ihn kurz mit heißem Wasser abzuspülen. Schnuller von Säuglingen unter einem halben Jahr sollten jedoch täglich, spätestens wenn sie schmutzig sind, ausgekocht werden. Mal eine Handvoll Spielplatzsand verspeist? Keine Panik, das stecken Babys im Allgemeinen gut weg. Ihre wackere Helferin ist hier die Magensäure, die beinahe alle Bakterien abtötet. Es ist jedoch ratsam, den Mund nach der unverhofften Sandmahlzeit mit klarem Wasser auszuspülen. Treten Erbrechen oder Durchfall auf, sollte der Kinderarzt zu Rate gezogen werden. „Höchste Vorsicht gilt jedoch bei herumliegenden Zigarettenstummeln: Nikotin ist für Kinder hochgiftig“, warnt Rolf Herzog. Neben dem Nikotin enthielten Zigarettenstummel eine große Zahl weiterer Chemikalien und Gifte wie Arsen oder Blei: „Schon ein verschluckter Zigarettenstummel kann bei Kleinkindern zu Vergiftungserscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall führen.“

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Tierische Freunde

Babys und Haustiere können wunderbar unter einem Dach leben, sofern die Familie einige Hygieneregeln einhält. Am wichtigsten ist das Händewaschen nach dem Kuscheln, das gilt für Kinder wie Eltern. Das Gesicht des Babys abzulecken, sollte für die vierbeinigen Freunde generell tabu sei. Genauso wie das Schlafen im Kinderbettchen – denn Tiere verlieren nachts Haare und Dreck, den sie von draußen anschleppen. Wichtig: Haustiere sollten regelmäßig auf Parasiten überprüft und geimpft werden.