Täglicher Kampf gegen Straßenglätte

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Bei Minusgraden und Niederschlag müssen die Winterdienste schnell reagieren.
Bei Minusgraden und Niederschlag müssen die Winterdienste schnell reagieren. Foto: djd/Verband der Kali- und Salzindustrie e.V./pe-foto - stock.adobe.com

So versucht der Winterdienst, Glatteisbildung vorherzusagen

(djd). „Es gibt grundsätzlich vier verschiedene Formen der Glätte“, erklärt Linda Noël, Abteilung Basisvorhersagen beim Deutschen Wetterdienst (DWD). „Reifglätte entsteht durch Reifbildung, Eisglätte durch überfrierende Nässe. Die Ursache von Glatteis ist gefrierender Regen – und Schneefall sorgt für Schneeglätte.“ Damit Straßenglätte überhaupt entsteht, gibt es zwei Grundvoraussetzungen: Die Temperatur des Straßenbelags muss unter 0 Grad Celsius liegen. Und es muss genug Feuchtigkeit, entweder in Form von Luftfeuchte oder Niederschlag, vorhanden sein.

Exakte Vorhersagen schwierig

Schon kleinste Reifmengen können zu Straßenglätte führen. In Verbindung mit Nebel kann es zu sehr starken Reifablagerungen kommen. Bei Temperaturen unter 0 Grad gefrieren die im Nebel noch flüssigen kleinsten Wassertröpfchen sofort beim Auftreffen auf Gegenständen oder der Fahrbahnoberfläche. Weil aber auch die Bewölkungsverhältnisse und teilweise auch die Windstärke maßgeblichen Einfluss auf die Temperaturentwicklung der Straße haben, ist eine exakte Wettervorhersage nicht immer einfach.

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Wertvolles Erfahrungswissen

Ein Beispiel: Zwischen einem wolkenlosen oder einem bedeckten Himmel liegen Temperaturunterschiede von mehreren Grad Celsius. „Ob wir aber + 2°C oder – 4° C haben, ist ganz entscheidend für die Entstehung von Straßenglätte“, so Linda Noël. Dazu kommen sogenannte kleinräumige Glätteerscheinungen – beispielsweise kurze Abschnitte auf Brücken, in Senken oder schattigen Streckenabschnitten. Hier ist das Know-how der Winterdienste gefragt, um Straßenglätte zu bekämpfen. Denn die Winterdienste wissen aus Erfahrung um die jeweiligen Problemstellen, auf denen es glatt werden kann, obwohl die allgemeine Vorhersage keine Gefahr erwarten lassen würde. Diese kleinräumigen Glätteerscheinungen sind kaum vorhersagbar. Deswegen sind die Kenntnisse und Erfahrungen der lokalen Winterdienstverantwortlichen unverzichtbar – genau wie das passende Streugut, über das www.vks-kalisalz.de weitere Informationen bietet.

Alle Jahre wieder sind neben Autofahrern auch Fußgänger durch Glatteis gefährdet.
Foto: djd/Verband der Kali- und Salzindustrie e.V./Getty

Neues Projekt für genauere Vorhersagen

Die Vorhersagbarkeit von Straßenglätte bleibt eine Herausforderung. Eine wesentliche Voraussetzung um die Wettervorhersagen zu verbessern, ist die Erweiterung der Messdatengrundlage. Ein wichtiges Projekt ist „FloWKar“ (Flottenwetter-Karte) – eine Zusammenarbeit des Deutschen Wetterdienstes mit einem namhaften Automobilhersteller. Fahrzeuge, so die Grundidee, sollen Messdaten der Atmosphäre, aber auch spezifische Messdaten der Straße sammeln, um im Optimalfall den aktuellen Zustand des Wetters besser zu erfassen. Linda Noël: „Die Digitalisierung, der technische Fortschritt und neue Forschungsergebnisse lassen weitere signifikante Verbesserungen auch im Bereich der Vorhersage von Straßenglätte erwarten.“

Rechtzeitige Prognose für den raschen Winterdiensteinsatz

Die Informationsbeschaffung über das jeweilige Straßenwetter geschieht im Rahmen von Straßen-Wetter-Informations-Systemen, kurz SWIS. SWIS ist ein Gemeinschaftsprojekt des Bundesverkehrsministeriums, des Deutschen Wetterdienstes und der Bundesländer. Alle Bundesländer sind an das Frühwarnsystem angeschlossen. In regionalen Vorhersagezentralen werden verschiedene Straßenwettervorhersagen erstellt. Diese Vorhersagen zusammen mit Daten von Glättemeldeanlagen bilden ein vollständiges Informationspaket, welches kurz- und mittelfristige wie auch detaillierte und allgemeine Straßenwettervorhersagen umfasst.

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