Normale Sehschwäche oder doch mehr?

Sehschwächen wie Kurzsichtigkeit sind bei Grundschulkindern häufig. Doch tritt ein Grauer Star auf, kann eine gefährliche Krankheit dahinter stecken. Foto: djd/CTX/thx

Augenprobleme im Grundschulalter können auf Stoffwechselerkrankung hinweisen.

(djd). Wenn Kinder in der Grundschule Schwierigkeiten mit dem Lernen haben, stecken nicht selten Sehprobleme dahinter. Denn sind die Schrift an der Tafel oder Rechen- und Buchstabentabellen nicht richtig zu erkennen, gibt es schnell Probleme. Eltern sollten deshalb auf Sehschwächen wie Kurzsichtigkeit achten und die Augen ihrer Kinder regelmäßig vom Arzt checken lassen. Mit modisch coolen Brillen können die Kleinen dann in der Klasse wieder auftrumpfen. Manchmal ist aber nicht einfache Fehlsichtigkeit die Ursache einer Sehschwäche, sondern eine schwerere Augenerkrankung. So tritt in seltenen Fällen ein Grauer Star (Katarakt) schon im Kindesalter auf. Dies kann ein Hinweis auf ernsthafte Grunderkrankungen sein.

Anzeige

Auf Schielen und Verfärbungen achten

Zu einer frühen Linsentrübung kommt es etwa bei der angeborenen Stoffwechselstörung Cerebrotendinöse Xanthomatose (CTX). Dabei gerät durch einen Gendefekt der Fettstoffwechsel aus dem Gleichgewicht, Lipide wie Cholesterin lagern sich in den Organen ab und können dort schwere Schäden anrichten. Erste Anzeichen sind Neugeborenen-Gelbsucht und hartnäckige Durchfälle, bei Schulkindern kommt dann in vielen Fällen der Graue Star dazu. Doch dieser ist bei den kleinen Patienten nicht immer leicht zu erkennen. Hinweise können etwa beginnendes Schielen oder unterschiedliche Reflexe des rechten und linken Auges sein, die sich besonders auf Fotos zeigen. Auch wenn die Pupille weißlich statt normal schwarz erscheint, sollte ein Augenarzt aufgesucht werden.

Ein einfacher Labortest entlarvt CTX

Stellt dieser einen meist beidseitigen Katarakt fest und treten zusätzlich Symptome wie häufiger Durchfall auf, sollte CTX in Erwägung gezogen werden. Ein einfacher Labortest kann dann Gewissheit bringen. Die frühe Diagnose ist so entscheidend, weil sich der weitere Krankheitsverlauf durch die frühzeitige Verabreichung der richtigen Medikamente weitgehend aufhalten lässt. Unbehandelt kann es dagegen zu schweren Folgeerscheinungen wie vorzeitiger Osteoporose oder Demenz kommen, und die Lebenserwartung Betroffener verkürzt sich auf nur 50 bis 60 Jahre.