Rezept der Woche – Zwetschgen Datschi

"Datschi“ kommt vermutlich vom bairischen „datschen“ oder „detschen“, was so viel wie flach drücken bedeutet – bezogen darauf, wie die Zwetschgen in den Teig gedrückt werden. Symbolbild

Ob vegetarische Snacks, schnelle Abendessen, Festtagsideen, Salate, Kuchen, Getränke… MAINLIKE stellt jeden Freitag sein Rezept der Woche vor.

Der Zwetschgendatschi ist ein traditioneller Blechkuchen aus Hefeteig, der mit frischen Zwetschgen (oder Pflaumen) belegt wird und besonders in Süddeutschland, vor allem in Bayern, eine lange Geschichte hat.

Ursprung und Name

Regionale Wurzeln: Der Zwetschgendatschi ist eng mit Augsburg verbunden. Dort wird er als kulinarisches Wahrzeichen betrachtet, und der Name „Datschi“ soll sogar aus dem Augsburger Dialekt stammen.

Namensherkunft: „Datschi“ kommt vermutlich vom bairischen „datschen“ oder „detschen“, was so viel wie flach drücken bedeutet – bezogen darauf, wie die Zwetschgen in den Teig gedrückt werden.

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Historische Entwicklung

Mittelalterliche Wurzeln: Hefeteigkuchen mit Obstbelag gab es in Süddeutschland schon seit dem Mittelalter, da Hefeteig mit dem aufkommenden Backofenwesen verbreitet wurde.

Zwetschgen als Herbstfrucht: Zwetschgen reifen im Spätsommer/Herbst und waren früher ein wichtiger Vitaminlieferant für die kalte Jahreszeit. Man backte den Kuchen oft zur Erntezeit als festliche Mahlzeit.

Augsburger Spezialität: Im 18. und 19. Jahrhundert entwickelte sich der Zwetschgendatschi in Augsburg zu einer festen Größe in der regionalen Bäckereikultur. Er wurde gern auf Märkten verkauft und zu Kaffee oder Bier serviert.

Klassisches Rezept für einen originalen Augsburger Zwetschgendatschi

Zutaten (für 1 Backblech)

Für den Hefeteig

500 g Weizenmehl (Type 550 oder 405)

1 Würfel frische Hefe (42 g) oder 1 Päckchen Trockenhefe

250 ml lauwarme Milch

75 g Zucker

75 g Butter (weich)

1 Prise Salz

1 Ei

Für den Belag

1,5 – 2 kg reife Zwetschgen

2 EL Zucker (nach Süße der Früchte)

1 TL Zimt (optional)

Zubereitung

Hefeteig vorbereiten

Hefe in lauwarmer Milch mit 1 EL Zucker auflösen und ca. 10 Minuten stehen lassen, bis sich Blasen bilden.

Mehl, restlichen Zucker, Salz und Ei in eine Schüssel geben. Hefemilch und weiche Butter zufügen.

Alles zu einem glatten, elastischen Teig kneten (ca. 8–10 Minuten).

Abgedeckt an einem warmen Ort 45–60 Minuten gehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat.

Zwetschgen vorbereiten

Früchte waschen, entsteinen und längs vierteln (nicht ganz durchschneiden, sodass die Hälften noch zusammenhängen – „Schmetterlingsschnitt“).

Optional: leicht zuckern, wenn sie sehr sauer sind.

Backen

Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Teig auf Blechgröße ausrollen, auf ein gefettetes oder mit Backpapier belegtes Backblech legen.

Zwetschgen dachziegelartig dicht an dicht in den Teig drücken.

Kuchen 35–45 Minuten backen, bis Teigrand goldbraun ist.

Servieren

Lauwarm mit etwas Zimtzucker bestreuen.

Klassisch in Augsburg: mit frisch geschlagener Sahne oder auch mal mit einer Kugel Vanilleeis.

Originaltipp aus Augsburg:

Die Zwetschgen werden sehr dicht gesetzt, sodass fast kein Teig mehr zu sehen ist. Das macht den Kuchen besonders saftig und aromatisch – und genau das macht ihn zum echten „Datschi“.