Schulterblick nicht vergessen

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Schrecksekunde beim Aussteigen: Radarsensoren im Heck helfen, keine Radfahrer, Biker oder andere Fahrzeuge zu übersehen. Foto: djd/Bosch/Dan Race - Fotolia

Fahrerassistenzsysteme können Unfallgefahren beim Aussteigen erkennen und warnen

(djd). Gerade eben hat man das Auto am Fahrbahnrand abgestellt, ist in Gedanken schon im Büro oder bei der Familie – und vergisst deshalb, vorm Öffnen der Tür noch einmal nach hinten zu schauen. Genau im selben Augenblick braust ein Radfahrer heran. Viele Autofahrer haben solch eine Schrecksekunde bereits erlebt. Glück gehabt, wenn es allein beim Schrecken bleibt. Denn oft genug kommt es in derartigen brenzligen Situationen zu Personen- und Sachschäden. Wie wichtig der Schulterblick auch beim Aussteigen am Straßenrand ist, haben alle in der Fahrschule gelernt, doch das ist längst vergessen. Fahrerassistenzsysteme können aber dazu beitragen, dass es in solchen Situationen zukünftig seltener kracht. Mit Radarsensoren überwachen sie permanent, was sich hinter dem Auto abspielt und können somit den Fahrer rechtzeitig warnen.

Permanenter Schulterblick per Radar

Einparkhilfen zum sicheren Rangieren in engen Parklücken sind vielen Autofahrern bereits gut bekannt. Um auch sicher aus dem geparkten Fahrzeug aussteigen zu können, bieten erste Serienfahrzeuge eine zusätzliche Ausstiegswarnung an. Ist das Auto parallel zur Straße geparkt, können zwei Radarsensoren im Fahrzeugheck erkennen, ob sich Autos, Motorräder oder Radfahrer von hinten annähern – und rechtzeitig warnen, bevor es zu einem Unfall kommt. „Dies kann helfen, die Unfallrisiken von Fahrradfahrern und Motorradfahrern sowie Sachbeschädigungen an der entsprechenden Ausstiegstür in typischen Parksituationen zu vermeiden“, sagt Gerhard Steiger, Vorsitzender des Bosch Geschäftsbereichs „Chassis Systems Control“. „Die Mittelbereichsradarsensoren ermöglichen sozusagen einen permanenten Schulterblick und erkennen zuverlässig und präzise andere Verkehrsteilnehmer im toten Winkel.“

Elektronische Augen für das Fahrzeugheck

Der permanente elektronische Schulterblick: Mit Mittelbereichsradarsensoren im Heck können andere Verkehrsteilnehmer rechtzeitig gesehen werden. Foto: djd/Bosch

Die links und rechts im Fahrzeugheck angebrachten Sensoren können in einem Bereich von ca. 20 Metern präzise und rechtzeitig Fahrzeuge erkennen, die sich von hinten nähern – auch wenn sie sich schräg hinter oder bereits neben dem eigenen Auto befinden. Bei der Ausstiegswarnung sind die Sensoren selbst dann noch aktiv, wenn der Motor nach dem Einparken schon abgestellt wurde. Bei einem stehenden Fahrzeug wird bis zu einigen Minuten nach dem Ausschalten der Zündung der Bereich hinter dem Fahrzeug überprüft. Betätigt der Fahrer den Türgriff, während das System eine Kollisionsgefahr erkennt, gibt es eine optische Warnung, um Unfälle zu verhindern.