Brot und Wein bei der schönen Müllerin in Hammelburg

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Das Museum in der ehemaligen Getreidemühle macht Handwerksgeschichte lebendig.
Foto: djd/Kulturamt Hammelburg/Jochen Vogler

Ein erlebnisreicher Museumsbesuch in Hammelburg, Frankens ältester Weinstadt

(djd). Wer das neu gestaltete Museum in der imposanten Herrenmühle Hammelburg betritt, taucht mit allen Sinnen in die über 1.200-jährige Geschichte des Weinbaus ein: Ein naturgetreuer Weinberg mit allen Gerätschaften veranschaulicht die mühsame Arbeit der Winzer in früheren Zeiten und bis in unser Jahrhundert. In der nachweislich ältesten Weinstadt Frankens, landschaftlich reizvoll gelegen am Südzipfel der Rhön zwischen Fulda und Würzburg, geht es aber auch um aktuelle Themen und nicht zuletzt um den Genuss: Neben interessanten Informationen über „Das richtige Weinglas“ und die „Verkostung“ wird im Museum auch der praktische Weingenuss angeboten.

Interaktiv und spielerisch

Als Themenmuseum widmet sich das einladende Haus an der Fränkischen Saale „Brot und Wein“ – schließlich ist es in einer ehemaligen Getreidemühle mit einer langen Geschichte untergebracht. Ihre Ursprünge liegen im 12. Jahrhundert und da die Ratsherren die Getreidemühle der Hammelburger Bürger beaufsichtigten, nannte man sie „Herrenmühle“. Der heutige Bau stammt aus der Zeit um 1700, und die moderne Ausstellung im Innern bietet einen interessanten Kontrast zum altehrwürdigen Gemäuer: Interaktive Medien regen zum spielerischen Informieren und Mitmachen an, „FOODsteps“ verführen zu einem gesunden Ernährungsgenuss und eine „Mäusestation“ sorgt für ein nachhaltiges Museumserlebnis für die ganze Familie.

Zur Arbeit der Müllerin gehörte früher auch das Buttern.
Foto: djd/Kulturamt Hammelburg/Jochen Vogler

Vom Korn zum Brot

Während es im Erdgeschoss um Wein und Weinbau geht, befassen sich die beiden Obergeschosse mit dem Thema „Brot“: Die erlebnisreiche Darstellung reicht von den vielfältigen Arbeiten am Getreide bis zur Anlieferung in die Mühle. Die Besucher lernen die Geschichte der Mühlen rund um Hammelburg kennen, tauchen ein in das Leben und Arbeiten in einer Mühle und begegnen dem „unehrlichen Müller“ und der „schönen Müllerin“. Im Dachgeschoss präsentiert schließlich die neue Inszenierung „Erntedank“ religiöses Brauchtum rund um Brot und Wein.

Baderturm und Treppenlauf

Doch das Museum steht seit 2016 nicht mehr allein da: Auch der in der Nähe gelegene mittelalterliche Baderturm ist seither für Besucher geöffnet. Und beim „Hammelburger Treppenlauf“ sind Entdecker, Schatzjäger und Rechenmeister aufgefordert, auf spielerische Weise die Stadt zu erkunden, Treppen zu zählen und sich, bei richtiger Lösung, am Museum einen kleinen Gewinn abzuholen. Die Herrenmühle, über Jahrhunderte außerhalb der Stadtmauer gelegen, ist nun Teil der lebendigen Stadtkultur. Mitmachen lohnt sich in jedem Fall: Der Blick vom Baderturm bietet eine herrliche Aussicht über die Stadt und auf das Museum Herrenmühle, bis hin zu Schloß Saaleck, Kloster Altstadt und auf die Weinberge.