Lärm kann krank machen

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Andauernder Stress durch Lärm wirkt sich auch negativ auf die Psyche aus: Ängste und Depressionen können die Folge sein.
Andauernder Stress durch Lärm wirkt sich auch negativ auf die Psyche aus: Ängste und Depressionen können die Folge sein. Foto: djd/mhplus/Almgren/AdobeStock

Ratgeber Gesundheit: Den Ohren sollte man mehr Pausen gönnen

(djd). Egal ob man schläft oder wach ist: Das menschliche Gehör ist pausenlos im Einsatz. Wenn es zu viel wird, reagieren Ohren, Körper und Psyche mit Störungen.  Vor absoluter Überforderung kann sich unser Gehör selbst nur durch die selektive Wahrnehmung von Geräuschen schützen. Entscheidend dafür, ob ein Geräusch wahrgenommen und analysiert wird, ist die Bedeutung, die das Gehirn ihm beimisst. Es wird beispielsweise dann als Lärm wahrgenommen, wenn wir es negativ bewerten und es nicht selbst abschalten können. Laute Geräusche wie die eigene Lieblingsmusik werden hingegen nicht als Lärm empfunden. Neben diesem subjektiven Lärmempfinden beeinflusst die objektive Lärmbelastung Gesundheit und Wohlbefinden.

Lärm bringt Hörvermögen in Gefahr – Körper und Psyche leiden

Eine Belastung des Gehörs ab einer Schwelle von 80 Dezibel ist schädlich. „Feine Haarsinneszellen im Innenohr nehmen die Schallwellen auf und geben sie als Nervenimpulse weiter über den Hörnerv zum Hörzentrum im Gehirn. Werden diese sensiblen Haarzellen durch zu hohe Lärmpegel und mangelnde Regenerationspausen überstrapaziert, so werden sie nachhaltig geschädigt oder sterben ab. Die Folge ist: Wir hören schlechter“, erklärt beispielsweise Dr. Rolf Herzog, medizinischer Berater bei der mhplus Krankenkasse. Neben der direkten Schädigung des Gehörs gibt es jedoch weitere Folgen von Lärm für die Gesundheit. So sind Menschen in großen Städten oft andauerndem Lärm ausgesetzt. Dieser hinterlässt Spuren, betont Dr. Herzog: „Der durch den Lärm belastete Organismus schüttet Stresshormone aus. In der Folge schlägt das Herz schneller und der Blutdruck steigt.“ Die Lärmbelastung könne sich so in Unwohlsein, Kopfschmerzen, Nervosität oder Magen-Darm-Problemen niederschlagen. Andauernder Stress durch Lärm wirkt sich auch negativ auf die Psyche aus: Ängste und Depressionen können die Folge sein. Werden die gelegentlichen Beschwerden chronisch, kann dies etwa das Herzinfarktrisiko erhöhen.

Pause für die Ohren: Auszeiten vom Getöse nehmen

Viele Menschen, die in der Stadt leben, können dem Lärm schwer entkommen. Umso wichtiger ist es für sie, sich Auszeiten vom Getöse zu nehmen. Spaziergänge in ruhiger Natur können hier helfen. Im Wohnumfeld schlucken Teppiche, Polstermöbel und Vorhänge etwas vom Schall. Auf das Nutzen von Geräuschquellen wie Radio und Fernsehen sollte ab und zu verzichtet werden. Und nicht zuletzt sollte beim Kauf von Haushaltsgeräten oder Maschinen für den privaten Gebrauch die Frage der Schallemissionen des Geräts ein Entscheidungskriterium zugunsten der Gesundheit sein.