Punktgewinn nach großem Volleyballabend. CERATONIA Volleys schnuppern an der Sensation.
Was im Vorfeld als großer Zweitliga-Klassiker angekündigt worden war, hielt am Samstagabend, was es versprochen hatte. Die CERATONIA Volleys Eltmann und die Blue Volleys Gotha lieferten sich vor einer sensationellen Kulisse ein hochklassiges und emotionales Duell. Nach fünf intensiven Sätzen musste sich Eltmann dem amtierenden Meister zwar mit 2:3 geschlagen geben, konnte die Halle aber dennoch mit einem wichtigen Punkt und vielen positiven Erkenntnissen verlassen. Auch wenn die Gastgeber kurzfristig auf ihren verletzten Kapitän Melf Urban verzichten mussten und Trainer Christian Nowak seine Startformation gegenüber dem Derbyerfolg in Mömlingen gleich auf mehreren Positionen veränderte. präsentierte sich Eltmann gegen das Spitzenteam aus Thüringen von Beginn an auf Augenhöhe.

Eltmann fordert den Meister
Beide Mannschaften gingen im Aufschlag und Angriff hohes Risiko und lieferten den Zuschauern von Beginn an ein hochklassiges Zweitligaspiel mit langen Ballwechseln, spektakulären Abwehraktionen und zahlreichen umkämpften Punkten. Eltmann hielt dabei auch ohne Kapitän Melf Urban hervorragend mit und begegnete dem amtierenden Meister über weite Strecken auf Augenhöhe. Vor allem Aaron Neumann setzte über Außen immer wieder Akzente, während Alexander Duncan-Thibault gerade in der Anfangsphase über die Diagonalposition kaum zu stoppen war. Auf der anderen Seite zeigte Gotha jedoch eindrucksvoll seine Qualität. Immer wieder gelang es den Thüringern, ihre starke Mitte wirkungsvoll einzusetzen, während Diagonalangreifer Filippidis mit seiner Effizienz im Angriff zunehmend zum entscheidenden Faktor wurde. Dennoch waren es zunächst die CERATONIA Volleys, die die besseren Antworten fanden. Im ersten Satz erspielten sie sich beim Stand von 24:20 gleich vier Satzbälle und verwandelten schließlich den vierten zum verdienten 25:23. Auch nach dem zwischenzeitlichen Satzausgleich der Gäste blieb Eltmann dran. Mit druckvollen Angriffen über Neumann und Tim Gebauer sowie einer immer besseren Abstimmung gegen das Gothaer Schnellangriffsspiel sicherten sich die Gastgeber auch den dritten Durchgang mit 25:23 und hatten damit bereits einen wichtigen Punkt gegen den Meister in der Tasche.
Gotha zeigt seine ganze Stabilität
Im vierten Satz wurde dann sichtbar, was eine erfahrene Spitzenmannschaft auszeichnet. Nach einigen Wechseln agierte Gotha variabler und fand insbesondere über Diagonalangriff und Mittelblock immer wieder Lösungen in den entscheidenden Momenten. Eltmann hielt den Satz zunächst offen, konnte dem zunehmenden Druck der Gäste jedoch nicht dauerhaft standhalten. Mit 25:12 erzwang Gotha den Tie-Break, in dem die Thüringer erneut den besseren Start erwischten und ihren Vorsprung bis zum 15:11 ins Ziel brachten.
„Wir haben über weite Strecken ein richtig starkes Spiel gemacht und uns von Satz zu Satz besser auf Gotha eingestellt. Gerade in den ersten drei Durchgängen waren wir absolut auf Augenhöhe und hatten unsere Chancen, das Spiel früher in unsere Richtung zu lenken. Am Ende waren es Kleinigkeiten. Gotha hat in den entscheidenden Situationen seine Qualität gezeigt und wir haben nicht mehr ganz zu unserem Rhythmus gefunden. Trotzdem überwiegt bei mir der Stolz auf die Leistung der Mannschaft. Die Jungs haben sich gegen den amtierenden Meister hervorragend verkauft und gezeigt, welches Potenzial in dieser Mannschaft steckt“, bilanzierte Trainer Christian Nowak. Angesichts des knappen Spielverlaufs durfte man sich allerdings durchaus die Frage stellen, welchen Einfluss Kapitän Melf Urban auf diese Partie hätte haben können. Gerade seine Präsenz im Block, seine Erfahrung und seine Rolle als emotionaler Führungsspieler hätten einem ohnehin hochklassigen Duell womöglich noch einmal eine andere Richtung geben können, Die Leistung von Jannik Färber und Ben Urban soll dies jedoch keineswegs schmälern. Beide übernahmen Verantwortung und trugeneinen großen Teil dazu bei, dass Eltmann dem amtierenden Meister über weite Strecken auf Augenhöhe begegnete.
Ein Punkt gewonnen, nicht zwei verloren
Am Ende gab vor allem die größere Konstanz des amtierenden Meisters den Ausschlag. Während Eltmann seine Chancen nicht immer konsequent nutzen konnte, blieb Gotha in den entscheidenden Momenten abgeklärter. Vor allem der überragende Diagonalangreifer Filippidis sowie die starken Mittelblocker der Gäste setzten immer wieder wichtige Akzente und machten letztlich den Unterschied. Trotz der knappen Niederlage fühlt sich das 2:3 für die CERATONIA Volleys am Ende wohl eher wie ein gewonnener Punkt als wie zwei verlorene an. Zudem konnte man erneut eindrucksvoll unter Beweis stellen, dass man mit den besten Teams der Liga mithalten kann und will nun daran arbeiten, die gezeigte Leistung auch in den entscheidenden Phasen noch etwas stabiler auf das Feld zu bringen.
Nach dem Spiel ist vor dem Derby
Mindestens ebenso bemerkenswert wie das sportliche Niveau war die Atmosphäre in der Georg-Schäfer-Halle. Beide Fanlager sorgten für eine sensationelle Stimmung und machten den Zweitliga-Klassiker zu einem echten Volleyballfest. Viel Zeit zum Durchatmen bleibt allerdings nicht: Bereits am kommenden Wochenende steht mit dem Heimspiel gegen den SV Schwaig das nächste Saisonhighlight auf dem Programm. Die Voraussetzungen dafür könnten kaum besser sein, denn nach diesem stimmungsvollen Volleyballabend wollen die CERATONIA Volleys die Georg-Schäfer- Halle erneut in einen Hexenkessel verwandeln und dem Derby die Bühne bieten, die eines der brisantesten Duelle der Liga verdient.




