Fürs Tier und für den Tank

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Die Rohstoffe für Biokraftstoffe in Deutschland stammen überwiegend von einheimischen Rapsfeldern und Reststoffen wie Frittierölen aus der Gastronomie.
Foto: djd/www.biokraftstoffverband.de

Biokraftstoffe: Gut für Landwirtschaft und Nahrungsmittelversorgung

(djd). Nachhaltig erzeugte Biokraftstoffe schonen das Klima – und konkurrieren nicht mit der Nahrungsmittelproduktion um Ackerflächen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des international renommierten Stockholm Environmental Institute (SEI). „Nachhaltig hergestellte Biokraftstoffe können zur Hungerbekämpfung in Entwicklungsländern beitragen, indem landwirtschaftliche Praxis, Lagerung und Logistik verbessert werden“, erklärt Elmar Baumann, Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB). „Außerdem können mit dem erzielten Einkommen Lebensmittel gekauft werden.“ Laut der Studie sollte verstärkt nach Wegen gesucht werden, wie Biokraftstoffe zu Entwicklungszielen beitragen können – nicht zuletzt zur Bekämpfung des Hungers.

Ein Großteil der Ernte wird zu hochwertigem Tierfutter

Landwirtschaftliche Flächen sinnvoll nutzen: Aus Raps entsteht Biokraftstoff und hochwertiges, eiweißreiches Tierfutter.
Foto: djd/www.biokraftstoffverband.de

Wie groß der Beitrag von Biodiesel und Bioethanol zur Lebensmittelversorgung bereits heute ist, zeigt ein Blick auf die deutschen Rapsfelder. Zum einen sammeln Bienen auf einem Rapsfeld, das ein Hektar groß ist, rund 100 kg Honig. Zum anderen landen nur rund 40 Prozent der Ernte aus dem Rapsanbau als hochwertiger Biodiesel im Tank. Aus den übrigen 60 Prozent wird heimisches, eiweißreiches Tierfutter erzeugt, das Landwirte an Kühe, Schweine und Hühner verfüttern. So kommt der überwiegende Teil der deutschen Rapsernte direkt der Lebensmittelproduktion zugute. Unter www.biokraftstoffverband.de gibt es dazu weitere Informationen. Überdies trägt Raps durch seine tiefen Wurzeln dazu bei, den Boden aufzulockern. So können andere Pflanzen, die im Wechsel mit Raps in Fruchtfolge angebaut werden, auf natürliche Weise höhere Erträge erbringen.

Weniger Futtermittelimporte

Die heimische Futtermittelproduktion aus Raps erspart zudem große Mengen an Importen, die sonst für die Nutztierhaltung in Form von Soja überwiegend aus Südamerika nach Deutschland kämen. Ohne die deutsche Biodieselproduktion stünden die großen benötigten Mengen an Futtermitteln aus Raps überhaupt nicht zur Verfügung. Viele Verbraucher wollen zudem Lebensmittel, die garantiert nicht mit Gentechnik in Berührung gekommen sind – ohne Biodiesel aus Deutschland könnten die Landwirte diesem Wunsch aber nicht entsprechen.