
Mit funktionellen, qualitativ hochwertigen Fingerprothesen können Menschen nach einer Finger- oder Teilhandamputation in die Arbeitswelt zurückfinden und häufig auch wieder den Sport betreiben, den sie lieben. Hier stellen wir die Erfolgsgeschichte eines Anwenders vor.
Es war nur ein kurzer Augenblick der Unachtsamkeit, als der Arbeitsunfall passierte. Kai Moeller betreute als Maschinen- und Anlagenführer die Richtbank. In Sekunden fuhr sie zusammen und zog seine rechte Hand mit ein. Die Richtbank war auf 2,5 Millimeter eingestellt. Seine Finger wurden durchgewalzt und die Haut abgezogen. Geistesgegenwärtig stellte Kai Moeller noch die Maschine ab. „Ich nahm dann meine Hand raus, sah sie mir an und bat meinen Kollegen, einen Krankenwagen zu rufen“, erinnert er sich. Schmerz spürte er zu diesem Zeitpunkt keinen. Der 40-Jährige wurde in ein Unfallkrankenhaus eingeliefert und dort wenig später operiert.

Eine Amputation war unausweichlich
„Ehrlich gesagt ging ich die ganze Zeit noch davon aus, dass die das schon wieder hinbekommen würden. Erst als ich einen Zettel unterschreiben sollte, auf dem etwas mit Amputation stand, wurde mir das ganze Ausmaß bewusst“, beschreibt Kai Moeller die dramatische Situation. Das Ärzteteam versprach, das Bestmögliche zu geben und so viel wie möglich von den zerquetschten sowie zersplitterten Fingern zu erhalten. Es war jedoch nicht absehbar, was tatsächlich übrigbleiben würde. Erst am nächsten Morgen wurde Kai Moeller darüber aufgeklärt, wie die OP verlaufen war. Demnach war der Mittelfinger nicht mehr zu retten gewesen, zumindest aber einiges vom Zeigefinger sowie ein Stück vom Ringfinger. Wenig später musste allerdings der Zeigefinger nachamputiert werden, da sich ein Bakterium breitgemacht hatte.
Auf den Schock folgte die Zuversicht
Für den sportlichen Mann war dieser Einschnitt in sein Leben natürlich ein Schock. Aber mehr Sorgen machte er sich um seine Frau, die gerade schwanger war, als die Nachricht sie erreichte. „Da ich Rechtshänder bin, bedeutet die Amputation eine erhebliche Beeinträchtigung. Aber ich habe viel Sport gemacht in meinem Leben, Handball an erster Stelle. Da lernt man, nach Rückschlägen wieder aufzustehen und weiterzumachen. Meine Frau ist da genauso wie ich. Du kannst es eh nicht mehr ändern, du musst mit dem, was übrig ist, das Beste aus der Situation machen. Der Professor in der Klinik war schließlich auch zuversichtlich und meinte, dass ich mit dem Rest der Hand doch noch einiges anfangen könnte.“ Anders wares bei seinem Verein, wo man zunächst überzeugt war, dass Kai Moeller so nie wieder Handball würde spielen können. „Ich sagte ihnen: ‚Das warten wir erst mal ab!‘ Und siehe da, ich kann weiterhin Handball spielen! Der Handteller ist ja noch da, und die restlichen Finger können den Ball relativ gut greifen.“

Versorgung mit Fingerprothese von Össur
Als sich die Wunden geschlossen hatten, wurde er im Unfallkrankenhaus hinsichtlich möglicher prothetischer Versorgungen beraten. Schmuckprothese oder doch eine myoelektrische? Letztere war etwas komplexer in der Bedienung und für Kai Moeller unpraktisch. Die Testversorgung mit einer Fingerorthese des Herstellers Össur brachte Klarheit: Als er die Prothese anzog und die künstlichen Finger bewegte, wurde ihm mit einem Schlag bewusst, dass diese Titan-Verbindungsstücke, die Nylon-Rückenplatte und die Fingerelemente durchaus in der Lage waren, seine Finger zu ersetzen. Dem gestandenen Mann kamen die Tränen. „Das war ein ganz besonderer Moment. Es war wie eine Offenbarung! Es gab Ersatz für meine Finger – und dann einen so einfachen! Die Prothese ließ sich von Anfang an intuitiv steuern. Und dadurch, dass ich noch Gefühle an den Stümpfen habe, hatte ich auch sofort eine Rückmeldung. Ich hatte richtig Gänsehaut.“ Etwa drei Monate später konnte Kai Moeller seine eigene Össur-Fingerprothese, den MCPDriver in Empfang nehmen. Ein großer Vorteil dieser Prothese ist, dass deren Aufbau simpel gehalten und sie daher sehr robust ist. Das kommt Kai Moeller in seinem Job zugute. Dank der Prothese war es ihm möglich, seine frühere Arbeit wieder aufzunehmen – inzwischen arbeitet er sogar wieder an derselben Maschine.


