Deutschland blickt nach Bamberg

Bei einer Pressekonferenz im Historischen Museum wurde das Programm der bundesweiten Eröffnung für den Tag des offenen Denkmals in Bamberg vorgestellt: (v.l.) Ronja Wester (Projektleitung bundesweite Eröffnung Tag des offenen Denkmals), Simon Geisler (Leiter Abteilung Bewusstseinsbildung Deutsche Stiftung Denkmalschutz DSD), Ursula Schirmer (Leitung Stabsstelle Presse DSD), Sebastian Niedermaier (Oberbürgermeister der Stadt Bamberg) und Ulrike Siebenhaar (Kulturreferentin der Stadt Bamberg). Foto: Stadt Bamberg, Sonja Seufferth

Tag des offenen Denkmals® – Bundesweite Eröffnung macht UNESCO-Welterbestadt Bamberg am 13. September zum Zentrum der Denkmalpflege.

Am Sonntag, 13. September 2026, wird Bamberg zum Mittelpunkt für den Tag des offenen Denkmals® in Deutschland. Erstmals findet die bundesweite Eröffnungsfeier der größten Kulturveranstaltung Deutschlands in der Welterbestadt statt. Gemeinsam mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) lädt die Stadt Bamberg dazu ein, Denkmale aus neuen Perspektiven kennenzulernen und außergewöhnliche Einblicke in historische Gebäude, laufende Restaurierungen und verborgene Orte zu erhalten. „An diesem Tag können auch Bambergerinnen und Bamberger die Schönheit ihrer Stadt neu entdecken“, betont Oberbürgermeister Sebastian M. Niedermaier bei einer Pressekonferenz im Historischen Museum zur Vorstellung des Programms.

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„Der Tag des offenen Denkmals macht Jahr für Jahr sichtbar, wie viel Engagement, Fachwissen und Leidenschaft hinter dem Erhalt unserer Bau- und Kulturdenkmale stehen. Er beweist eindrucksvoll, dass Denkmalschutz kein Nischenthema ist, sondern Menschen in ganz Deutschland begeistert und zusammenbringt. Die bundesweite Eröffnung in Bamberg unterstreicht die besondere Bedeutung der Welterbestadt für die deutsche Denkmallandschaft und setzt ein starkes Zeichen für die Wertschätzung unseres kulturellen Erbes“, erklärt DSD-Vorstand Dr. Steffen Skudelny.

Der diesjährige Aktionstag am 13. September soll unter dem bundesweiten Motto „NetzWERKE: Denkmale und Infrastruktur“ zeigen, wie eng Denkmalschutz, Stadtentwicklung und gesellschaftlicher Zusammenhalt miteinander verbunden sind. In ganz Deutschland öffnen mehr als 6.000 Denkmale ihre Türen.

„Dass die bundesweite Eröffnung des Tags des offenen Denkmals hier in Bamberg stattfindet, ist eine große Auszeichnung für unsere Stadt. Sie würdigt nicht nur unser einzigartiges UNESCO-Welterbe, sondern vor allem das außergewöhnliche Engagement unzähliger Menschen, die sich tagtäglich für den Erhalt unserer historischen Bausubstanz einsetzen. Am 13. September wird Bamberg zeigen, wie lebendig Denkmalpflege sein kann – als Gemeinschaftsaufgabe und als Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft“, sagt OB

Service: Alles zum Tag des offenen Denkmals

Alle bundesweit angemeldeten Denkmale und tagesaktuelle Änderungen sind online sowie in der App zum Tag des offenen Denkmals zu finden. Das vollständige Programm mit allen Führungen, Veranstaltungen und Hinweisen zu Anmeldungen und Shuttle-Bussen in Bamberg ist in der Programmbroschüre sowie online unter www.stadt.bamberg.de/tag-des-offenen-denkmals erhältlich. Auch auf www.kultur.bamberg.de sind die Termine und viele Informationen zu finden. Alle Angebote sind kostenfrei. Für einzelne Führungen ist aufgrund begrenzter Teilnehmerzahlen eine vorherige Anmeldung erforderlich.

Markt der Möglichkeiten am Maxplatz

Besucherinnen und Besucher erwartet ein vielfältiges Programm mit stadtweit über 60 geöffneten Denkmalen, Touren und Aktionen. Zentraler Veranstaltungsort ist der Maxplatz, wo um 11 Uhr der Tag offiziell eröffnet wird. Bis 17 Uhr wird Musik und Unterhaltung für die ganze Familie auf der Bühne geboten. Den musikalischen Höhepunkt setzt am Nachmittag der Bamberger Kultrapper Bambägga.

Während des gesamten Tages bietet der interaktive „Markt der Möglichkeiten“ Einblicke in die Denkmalpflege. An zahlreichen Ständen können Besucherinnen und Besucher denk­malspezifische Themen entdecken und selbst aktiv werden. Kreative Mitmachangebote, darunter Steineklopfen mit einem Steinmetz und Vergolden laden Groß und Klein dazu ein, verschiedene Handwerkstechniken kennenzulernen, Baukultur zu erkunden und Denkmale mit neuen Augen zu sehen.

Stadtweit öffnen zahlreiche sonst verschlossene Gebäude ihre Türen und bieten ein exklusives Programm zum Tag des offenen Denkmals. Für den Besuch der Denkmale ist ein kostenfreier Shuttle durch das Stadtgebiet eingerichtet.

Zu den besonderen Höhepunkten zählen die Schaubaustellen der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. An fünf Förderprojekten der Stiftung können Besucherinnen und Besucher Denkmalpflege ganz praktisch erleben und den ausführenden Gewerken bei der Restaurierung über die Schulter schauen. Am barocken Wohnhaus am Michelsberg 25 demonstrieren Kirchenmaler die Restaurierung der historischen Figuren Kaiser Heinrichs II. und Kaiserin Kunigundes. Im ehemaligen Domherrenhof in der Oberen Karolinenstraße können Besucher restauratorische Voruntersuchungen an einer erst kürzlich entdeckten Wandmalerei verfolgen. Im Gärtneranwesen in der Siechenstraße wird anschaulich gezeigt, wie historische Bausubstanz behutsam für die Zukunft weiterentwickelt werden kann.

Denkmaleigentümer gewähren besondere Einblicke

Im Rahmen des Pressegesprächs konnte bereits das bekannte „Schwertfegerhäuschen“ in der Karolinenstraße besichtigt werden. Das viergeschossige Wohn- und Geschäftshaus, das im Kern aus dem 12. Jahrhundert stammt, wurde vor wenigen Jahren durch einen Brand stark beschädigt. Denkmaleigentümer und Architekten Anne-Kristin Geller und Philipp Dornbusch führten durch das Gebäude und erklärten die Wiederaufbauarbeiten. Am 13. September wird das Haus auch seine Türen für Besucherinnen und Besucher öffnen.

Zahlreiche öffentliche Denkmale bieten an diesem Tag ebenfalls besondere Programme. So ermöglicht die Neue Residenz ausnahmsweise Einblicke in Bereiche, die sonst derzeit nicht zugänglich sind. Im Alten Rathaus werden großformatige Fotos gezeigt, die dokumentieren, wie der Ver­kehr früher durch das Brückenrathaus verlief, während im Rathaus am Maxplatz eine Ausstellung die geplante Sanierung darstellt.

Passend zum Jahresmotto rücken zudem historische Infrastruktur und technische Denkmale in den Mittelpunkt. Führungen durch die Schleuse 100 des Ludwig-Donau-Main-Kanals, das ehemalige Elektrizitätswerk oder der Lokschuppen aus dem 19. Jahrhundert machen sichtbar, wie technische Bauwerke über Jahrhunderte das Leben der Menschen geprägt haben.

Denkmalpflege trifft Forschung und Innovation

Einen besonderen Schwerpunkt setzt Bamberg auch auf die Verbindung von Denkmalpflege und Wissenschaft. Die Otto-Friedrich-Universität Bamberg präsentiert in der ehemaligen Dominikanerkirche aktuelle Forschungsprojekte zu digitalen Restaurierungsmethoden, 3D-Scans, Virtual Reality und Klimaschutz im Denkmalbereich. Besucherinnen und Besucher können erleben, wie moderne Technologien dazu beitragen, jahrhundertealtes Kulturerbe zu bewahren und für kommende Generationen zu dokumentieren.

Auch das Zentrum Welterbe Bamberg greift aktuelle Zukunftsfragen auf. Die Ausstellung „Welterbe und Nachhaltigkeit“ zeigt anhand anschaulicher Beispiele, wie historische Bauweisen und traditionelle Materialien Antworten auf heutige Herausforderungen liefern können. Interaktive Angebote und Mitmachstationen richten sich dabei ausdrücklich auch an Familien und Kinder. 

Eine Stadt als lebendiges Denkmal

Ob mittelalterliche Bürgerhäuser, barocke Residenzen, technische Denkmale oder denkmalgeschützte Industriebauten – kaum eine andere Stadt vereint auf so engem Raum eine vergleichbare Vielfalt historischer Zeugnisse wie Bamberg. Der Tag des offenen Denkmals bietet die seltene Gelegenheit, diese Vielfalt nicht nur zu besichtigen, sondern ihre Geschichten unmittelbar zu erleben.

„Unsere Denkmale erzählen nicht nur von der Vergangenheit. Sie sind Orte der Begegnung, der Identität und des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Genau das macht Bamberg zu einem idealen Gastgeber für die bundesweite Eröffnung des Tags des offenen Denkmals“, betont Bambergs Kulturreferentin Ulrike Siebenhaar.