
Der BRK-Kreisverband Haßberge erweitert sein Einsatzspektrum im Katastrophenschutz und bei Sanitätsdiensten: Mit dem neuen Utility Task Vehicle (UTV) sowie zwei Quads stehen den Bereitschaften nun drei hochgeländegängige Spezialfahrzeuge zur Verfügung, die dort einsatzfähig bleiben, wo klassische Einsatzfahrzeuge längst an ihre Grenzen stoßen.
Die Fahrzeuge wurden in den vergangenen Monaten beschafft, ausgebaut und einsatzbereit gemacht – ein Projekt, das nicht nur technisch beeindruckt, sondern auch ein Zeichen für Engagement, Zusammenhalt und Innovationskraft innerhalb des Kreisverbands setzt. Ein besonderer Dank gilt in diesem Zusammenhang den zahlreichen Unterstützerinnen und Unterstützern des Weihnachtsmailings 2025 des BRK-Kreisverbandes Haßberge.
Durch die Spenden von Privatpersonen und Unternehmen konnte die Finanzierung des neuen Utility Task Vehicle (UTV) maßgeblich unterstützt und damit ein wichtiger Beitrag zur Stärkung des Katastrophenschutzes und der sanitätsdienstlichen Einsatzfähigkeit im Landkreis geleistet werden. Das Fahrzeug steht den ehrenamtlichen Einsatzkräften künftig bei Suchaktionen, Unwetterlagen, Großveranstaltungen und anderen herausfordernden Einsatzszenarien zur Verfügung und erweitert die Möglichkeiten der Hilfeleistung erheblich.

BRK-Kreisgeschäftsführerin Carina Küfner betont: „Jede einzelne Spende trägt dazu bei, dass wir unsere Einsatzkräfte bestmöglich ausstatten und die Sicherheit der Menschen im Landkreis weiter verbessern können. Das neue UTV ist ein sichtbares Beispiel dafür, wie aus der Unterstützung unserer Förderer und Spender ein konkreter Mehrwert für die Bevölkerung entsteht.“ Die Anschaffung zeigt eindrucksvoll, dass das Vertrauen der Spenderinnen und Spender unmittelbar dort ankommt, wo es gebraucht wird – bei einer modernen und leistungsfähigen Ausstattung der ehrenamtlichen BRK-Gemeinschaften.
Mit den insgesamt drei Vehikeln gibt es einen Quantensprung für die Einsatzfähigkeit im Gelände. Die neuen Fahrzeuge – ein UTV (Side by Side) und zwei Quads – sind speziell dafür ausgelegt, auch in schwierigstem Gelände zuverlässig zu arbeiten. Alle drei Fahrzeuge verfügen über:
• Allradantrieb
• Differenzialsperre
• extreme Wendigkeit
• schmale Abmessungen
• eine leistungsstarke Seilwinde
• ein Offroad-Navigationssystem mit Echtzeit Positionsdarstellung aller
Fahrzeuge
• interne Mesh-Kommunikation zusätzlich zum BOS-Digitalfunk
Damit können sie Fachpersonal und Material schnell an Einsatzorte bringen, die für herkömmliche Fahrzeuge unzugänglich sind – etwa bei Wald- und Flächenlagen, Unwettern, Großveranstaltungen oder Suchaktionen.
Ein Patiententransport ist bewusst nicht vorgesehen. Die Fahrzeuge dienen der schnellen Erkundung, Materialzuführung und der Unterstützung von Einsatzkräften im Gelände. Sie können mit je zwei Einsatzkräften besetzt werden.
Das UTV mit dem Funkrufnahmen „Rotkreuz Haßberge 17/51“ ist bei der Bereitschaft in Knetzgau stationiert. Es ist das vielseitigste der drei Fahrzeuge und wurde aus Mitteln der Kreisbereitschaft sowie dem Spendenmailing 2025 des BRK-Kreisverbandes finanziert.
Die Beladung des UTV (Ladefläche) umfasst unter anderem eine Klapptrage, zwei Sanitätsrucksäcke, einen automatisierten externen Defibrillator, Thermo- und Löschdecke, zwei wasserdichte Transportboxen, LED-Beleuchtung auf Teleskopmast, eine Starlink-Mini-Anlage inkl. Halterung und Stromversorgung, vier Falt-Leuchtkegel, Absperrband sowie Zurrgurte, Rund- und Hebegurte. In der Fahrerkabine sind sowohl ein festinstalliertes sowie ein tragbares Digitalfunkgerät installiert.

Damit ist das UTV nicht nur ein Transport- und Erkundungsfahrzeug, sondern auch eine mobile Kommunikations- und Beleuchtungseinheit – ideal für langwierige Lagen oder schwer zugängliche Einsatzstellen.
Die beiden Quads mit den Funkrufnamen „Rotkreuz Haßberge 17/52 und 17/53“ sind in Knetzgau (17/52) und Ebern (17/53) stationiert. Finanziert wurden sie durch die Bereitschaft Ebern (17/53) sowie die Bereitschaften Knetzgau und Eltmann (17/52).
Für die Quads stehen zwei austauschbare Module zur Verfügung:
• SAN-Modul: Transport von zwei SAN-Rucksäcken bzw. dem Zwei-
Rucksacksystem der Rettungswagen
• Universal-Modul: wasserdichte Alu-Transportkiste für Material aller Art
Damit können die Quads flexibel an die jeweilige Einsatzlage angepasst werden – vom Sanitätsdienst bis zur Materiallogistik im Gelände.
In Knetzgau steht zum Transport ein kippbarer Plattformanhänger bereit, auf dem entweder das UTV oder ein Quad transportiert werden kann. Besonderheit: Ein Quad auf dem Anhänger kann sogar vom UTV gezogen werden. In Ebern gibt es einen eigenen Transportanhänger für das dort stationierte Quad. Alle drei Fahrzeuge können je mit zwei Einsatzkräften besetzt werden.
Kreisbereitschaftsleiter Stefan Funck betont, dass die Fahrzeuge künftig auch in die regulären Alarmierungsstrukturen eingebunden werden sollen. Dies ermögliche eine noch schnellere und gezieltere Nutzung der neuen Ressourcen im Einsatzfall.
Die Gesamtkosten für alle drei Fahrzeuge beliefen sich nach Funcks Worten auf rund 70.000 Euro. Das UTV machte dabei knapp die Hälfte der Summe aus. „Dieser Betrag war nur möglich, weil der komplette Ausbau in Eigenregie erfolgte“, betont der Kreisbereitschaftsleiter.
Anfragen bei professionellen Fahrzeugausbauern hätten eine Gesamtsumme von 150.000 Euro für alle drei Fahrzeuge ergeben. Durch die Eigenleistung der Ehrenamtlichen konnten somit über 50 Prozent der Kosten eingespart werden – ein beeindruckender Beweis für Kompetenz, Engagement und Teamgeist.
„Mit den neuen Fahrzeugen erweitern wir unser Einsatzspektrum enorm. Gerade im Katastrophenschutz und bei Sanitätsdiensten können wir nun deutlich schneller und flexibler reagieren“, sagt Funck. „Mein Dank gilt allen Ehrenamtlichen, die nicht nur die Beschaffung unterstützt, sondern auch unzählige Stunden in den Ausbau und die Ausbildung zum Führen der Fahrzeuge investiert haben.“
Kreisgeschäftsführerin Carina Küfner sagt, dass die Anschaffung dieser Fahrzeuge ein wichtiger Schritt sei, um den Kreisverband zukunftsfähig aufzustellen. „Sie ermöglichen uns Einsätze, die vorher kaum realisierbar waren. Ich bin stolz auf das Engagement unserer Ehrenamtlichen. Ohne ihren Einsatz, ihre Zeit und ihre Bereitschaft zur Weiterbildung wäre dieses Projekt nicht möglich gewesen.“
Neben der technischen Ausstattung und der hohen Geländegängigkeit zeigt sich der besondere Wert der neuen Fahrzeuge auch im Hinblick auf zukünftige Einsatzszenarien. Die vergangenen Jahre haben deutlich gemacht, wie stark Extremwetterereignisse, großflächige Stromausfälle oder langwierige Suchaktionen die Einsatzkräfte fordern. Gerade in solchen Lagen ist es entscheidend, schnell und flexibel agieren zu können. Die neuen Fahrzeuge ermöglichen genau das: Sie schaffen Mobilität, wo sonst nur Fußtrupps oder schwerfällige Spezialtechnik eingesetzt werden könnten.
Auch bei Sanitätsdiensten – etwa auf weitläufigen Festgeländen, Sportveranstaltungen oder in Bereichen mit hohem Besucheraufkommen – bieten die Quads und das UTV einen erheblichen taktischen Vorteil. Sie erlauben eine schnelle Erkundung, den raschen Transport von Material und die unmittelbare Unterstützung von Einsatzkräften vor Ort. Durch die Möglichkeit, Sanitätsmodule oder Universal-Module flexibel zu wechseln, können die Quads innerhalb weniger Minuten an die jeweilige Lage angepasst werden.
Ein weiterer Pluspunkt ist die moderne Kommunikationstechnik. Das integrierte Mesh-System sorgt dafür, dass die Fahrzeuge auch in Funklöchern oder abgelegenen Waldgebieten miteinander verbunden bleiben. In Kombination mit dem Offroad-Navigationssystem entsteht so ein kleines, aber hochwirksames taktisches Netzwerk, das die Einsatzleitung entlastet und die Sicherheit der Kräfte erhöht. Besonders das UTV, ausgestattet mit Starlink-Mini-Anlage und einer autarken Stromversorgung, kann im Bedarfsfall sogar als mobile Führungsstelle dienen.
Die hohe Eigenleistung beim Ausbau zeigt, wie viel Fachwissen und Engagement im Kreisverband vorhanden ist. Viele Stunden ehrenamtlicher Arbeit flossen in Planung, Technik, Einbau und Erprobung. Dieses Know-how stärkt nicht nur die Einsatzfähigkeit, sondern auch das Selbstverständnis der Bereitschaften: Man packt gemeinsam an, findet Lösungen und schafft etwas, das dem gesamten Kreisverband zugutekommt.
Auch die Ausbildung zum Führen der Fahrzeuge ist ein wichtiger Baustein. Die Bereitschaften investieren derzeit viel Zeit in Geländefahrtrainings, Sicherheitseinweisungen und technische Unterweisungen. Hier ist vor allem das Engagement von Daniel Hüttinger, Gruppenleiter in der Bereitschaft Ebern und auch für die Ausbildung zuständig, zu nennen. Er bereitet die Ehrenamtlichen mit hohem Engagement und zeitlichem Aufwand auf den Umgang mit den neuen Fahrzeugen vor und führt Schulungen durch.
Ziel ist es, dass die Fahrzeuge nicht nur verfügbar sind, sondern auch sicher und professionell eingesetzt werden können. Die Bereitschaften in Knetzgau, Eltmann und Ebern arbeiten dabei eng zusammen – ein weiteres Beispiel für die gute Kooperation im Kreisverband.
Quelle: Michael Will




