„Pflege on tour“

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Spaß machen erlaubt: Schülerinnen der Klasse 9d der Realschule Ebern bei
Schülerinnen der Klasse 9d der Realschule Ebern bei der Rollstuhl-Übung. Foto: Lilli Schnitzer, Realschule Ebern

Pflegestützpunkt kooperiert mit GesundheitsregionPLUS

„Pflege on tour“ ist eine Imagekampagne für den Pflegeberuf. Schülerinnen und Schüler der Mittel- und Realschulen besuchen im Klassenverbund, gemeinsam mit einer Lehrkraft, eine Einrichtung der Altenhilfe. Vor Ort erfahren sie Hintergründe und Details zur Arbeit mit Senioren. Der Pflegestützpunkt und die GesundheitsregionPLUS Haßberge koordinieren dabei alle Termine, organisieren die Fahrten und werten die Veranstaltungen aus.
In den Einrichtungen stehen Pflegekräfte, idealerweise auch Auszubildende, als Gesprächspartner bereit und informieren über ihre tägliche Arbeit. Ziel dieser Zusammenführung ist es, bei den Schülern mögliche Vorurteile abzubauen und die Neugier auf den Pflegeberuf zu wecken. Gerade jungen Menschen mit sozialer Ader kann „Pflege on tour“ einen Anreiz verschaffen, den Pflegebereich als eine Berufsoption zu sehen.

Motivierte Schüler treffen auf wohlvorbereitetes AWO-Team

Interessierte und motivierte Schülerinnen und Schüler der Realschule Ebern trafen im Seniorenheim Knetzgau auf ein wohlvorbereitetes Team der Arbeiterwohlfahrt. Anika Kuhbandner, die stellvertretende Hausleitung, und die Pflegedienstleitung Sandra Kempf empfingen die Schülerinnen und Schüler, die von Ihrer Lehrerin Dr. Nina Hagen begleitet wurden.

Die Klasse erfuhr zunächst alles über die in einem Seniorenheim tätigen Berufsgruppen und wurde dann über die Verdienstmöglichkeiten in den unterschiedlichen Pflegeberufen aufgeklärt. Dabei lernten die Schüler, dass die Verdienstmöglichkeiten in der Pflege viel besser sind, als landläufig angenommen. Auch, dass es zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten und Aufstiegschancen in der Pflege gibt, war neu für die „Pflege in tour“-Teilnehmer.

Anschließend beschrieben zwei Praktikanten, mit welchen Tätigkeiten sie das hauptamtliche Personal und die Bewohner unterstützen. Als Besonderheit stellten die beiden den Aufbau der Pflegeeinheiten als sogenannte „Hausgemeinschaften“ heraus: In jeder Hausgemeinschaft koordiniert eine Hauswirtschafterin gemeinsam mit den Bewohnern den Speiseplan. Die Senioren können sich bei der Zubereitung der Speisen jederzeit beteiligen. Das erinnert an früher und schafft Alltagsnormalität. Außerdem bleiben beim Mithelfen Alltags-Fähigkeiten länger erhalten.

Praktische Übungen mit großem Spaßfaktor

Im praktischen Teil übten die Realschüler die Eingabe einer Mahlzeit, bevor sie sich gegenseitig mit einer Hebevorrichtung aus dem Pflegebett in einen Stuhl manövrierten.

Spaß machen erlaubt: Schülerinnen der Klasse 9d der Realschule Ebern beim Rollstuhlballett. Foto: Lilli Schnitzer, Realschule Ebern

Alle „Pflegekräfte“ schafften es ohne Unfälle, ihre „Pflegebedürftigen“ in einen Stuhl zu setzen. Dass die Schüler  dabei Spaß hatten, war unübersehbar. Die gelöste Stimmung setzte sich bei der anschließenden Rollstuhl-Übung fort. „Lachen und Späße sind im Seniorenheim äußerst willkommen, da sich die gute Stimmung auch auf die Bewohner überträgt.“, erklärt Sandra Kempf, die auch gerontopsychiatrische Fachkraft ist.

Fazit der „Pflege on tour“

Kathrin Glaubrecht und Benjamin Hermann betreuen ab sofort das Projekt „Pflege on tour“. Foto: Moni Göhr, Landratsamt Haßberge

Beim abschließenden Feedback hatten die Schülerinnen und Schüler ein wesentlich positiveres Bild des Altenpflegeberufs, als vor ihrem Besuch bei der AWO. Das bestätigt auch die von Kathrin Glaubrecht und Benjamin Herrmann durchgeführte Vorher-Nachher-Evaluation der Veranstaltung: Die Schüler schätzten die Arbeit als Pflegekraft nach der Veranstaltung als deutlich weniger belastend ein, als noch vor dem Besuch im Seniorenheim. Außerdem wurde den teilnehmenden Jugendlichen klar, dass es durchaus attraktive Weiterbildungsmöglichkeiten im Bereich der Altenpflege gibt und der Verdienst besser ist, als zuvor angenommen.

All dies ist ein klares Zeichen dafür, dass ein Projekt wie „Pflege on tour“ für alle Beteiligten ein großer Gewinn ist und sich die aktive Auseinandersetzung mit Vorurteilen durchaus lohnt.

Weitere Informationen zu „Pflege on tour“

„Pflege on tour“ wurde seit dem Jahr 2012 vom Pflegestützpunkt Haßberge in Zusammenarbeit mit dem Projekt Zukunftscoach durchgeführt. Das Projekt Zukunftscoach ist im Juni 2018 ausgelaufen. Der Pflegestützpunkt kooperiert daher ab sofort mit der GesundheitsregionPLUS Landkreis Haßberge, um die Kampagne fortführen zu können.

Informationen über „Pflege on tour“ gibt es bei Kathrin Glaubrecht vom Pflegestützpunkt Haßberge (kathrin.glaubrecht@hassberge.de, Telefon 09521/27-395) oder bei Benjamin Hermann von der GesundheitsregionPLUS (gesundheitsregion@hassberge.de, Telefon 09521/27-490).