Ein Bier, das anderen Freude macht

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Einen Teil der Produktion verkauft Isabella Mereien nach wie vor als Zapfbier im Gasthof in Memmelsdorf bei Bamberg, welchen ihr Vater Hans-Ludwig Straub bereits geführt hat.
Einen Teil der Produktion verkauft Isabella Mereien nach wie vor als Zapfbier im Gasthof in Memmelsdorf bei Bamberg, welchen ihr Vater Hans-Ludwig Straub bereits geführt hat. Foto: djd/elternstolz.de

Ausbildung zur Bierbrauerin: Isabella Mereien braut nach alter fränkischer Art

(djd). Wenn die Fränkin Isabella Mereien von ihrem Beruf erzählt, gerät sie ins Schwärmen: „Für mich hat Bierbrauen mit Riechen, Schmecken und Hören zu tun.“ Mereien liebt die verschiedenen Gerüche von Malz und Hefe und schaut oft zu, wie sich die Würze ins sogenannte Kühlschiff setzt. Ein- bis zweimal pro Woche setzt sie in ihrer kleinen Brauerei in Memmelsdorf bei Bamberg einen neuen Sud an. Innerhalb von sechs Wochen entsteht daraus Bier nach alter fränkischer Brauart. „Ich bin sehr stolz auf meine Tochter, sie macht einen tollen Job“, sagt ihr Vater Hans-Ludwig Straub, in dessen Brauerei sie gelernt hat. Mittlerweile hat Vater Straub seine Brauerei an Isabella und ihren Ehemann Markus übergeben, der ebenfalls Braumeister ist.

Einblicke in ein altes Handwerk

Obwohl ihr Vater einen Gasthof mit angeschlossener Brauerei führte, entschied sich Isabella zunächst für eine Ausbildung zur Restaurantfachfrau. Ein Jahr vor dem Abschluss fragte sie ihren Vater, ob er ihr das alte Handwerk beibringen wolle: „Durch die Einblicke, die ich in unserer Brauerei bekommen hatte, fing ich an, beide Berufe miteinander zu vergleichen. Irgendwann wusste ich: Das ist es.“ Die neue Ausbildung dauerte von 2005 bis 2007. Im Anschluss besuchte Isabella ein Jahr lang in Gräfelfing bei München die Meisterschule und arbeitete danach mehrere Jahre in zwei Schweizer Brauereien. 2015 kehrte sie nach Bamberg und in den elterlichen Betrieb zurück. Um die Chancen und Möglichkeiten einer fundierten Ausbildung geht es auch in der Kampagne „Ausbildung macht Elternstolz“ des Bayerischen Wirtschaftsministeriums, der Industrie- und Handelskammern in Bayern (BIHK) und der bayerischen Handwerkskammern (HWK). Mit der Kampagne sollen Jugendliche und deren Eltern von den Vorteilen einer Handwerkslehre oder Ausbildung überzeugt werden. Weitere Informationen gibt es unter www.elternstolz.de.

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Große Pläne

Isabella Mereien und ihr Mann haben große Pläne. Bis 2019 wollen sie den Ausstoß der Brauerei auf 1.000 Hektoliter jährlich steigern und damit im Vergleich zu 2015 mehr als verdoppeln. Die Brauerei haben sie komplett renoviert und umgebaut. Nur das Prunkstück des Sudhauses blieb unangetastet: das Kühlschiff, eine Art Kupferwanne, in der die gekochte Würze gekühlt und geklärt wird. Wenige Brauereien bedienen sich noch dieser traditionellen Methode. Sie hat den Vorteil, dass die Aromen damit besser zur Geltung kommen als bei industriellen Verfahren. Der Lohn der Arbeit: Ein Produkt, das anderen Freude macht.

Dem Fachkräftemangel entgegentreten

Mit der Kampagne „Ausbildung macht Elternstolz“ wollen das Bayerische Wirtschaftsministerium, die Industrie- und Handelskammern in Bayern sowie die bayerischen Handwerkskammern Jugendliche, aber auch deren Eltern, von den Vorteilen einer Handwerkslehre oder Ausbildung überzeugen. „Wir setzen ein klares Zeichen: Eine berufliche Ausbildung bietet jungen Menschen hervorragende Karriere- und Entwicklungschancen“, sagt Hubert Aiwanger, Bayerns Wirtschaftsminister. Damit soll dem Mangel an ausgebildeten Fachkräften in der heimischen Wirtschaft entgegengetreten werden. Die Kampagne soll emotional aufzeigen, dass Eltern auf ihre Kinder stolz sein können, wenn diese durch eine Berufsausbildung finanzielle Sicherheit und Beschäftigungsperspektiven erhalten.

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