Sich selbst und andere schützen

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Wo Gedränge herrscht, haben Grippeviren leichtes Spiel. Doch je mehr Menschen aus der "Herde" geimpft sind, desto geringer ist die Ansteckungsgefahr. Foto: djd/Sanofi/thx

Warum es bei der Grippeimpfung nicht nur auf den einzelnen ankommt

(djd). So unvermeidlich wie der Wintereinbruch ist auch die etwa zeitgleich anrollende Grippewelle, vor der jeder insgeheim hofft, dieses Jahr verschont zu bleiben. Denn eine echte Grippe oder Influenza ist kein Spaziergang: Ein plötzlicher Krankheitsbeginn, hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Husten und ein starkes Krankheitsgefühl legen Infizierte schon bei unkompliziertem Verlauf ein bis zwei Wochen lahm. Bei älteren oder geschwächten Menschen kann es zu Komplikationen, Krankenhausaufenthalten und schlimmstenfalls sogar zum Tod kommen. Besser ist es also, sich nicht auf das Hoffen zu beschränken, sondern sich rechtzeitig gegen Grippe impfen zu lassen. Das kann nicht nur einen selbst schützen, sondern auch andere.

Was ist der Herdeneffekt?

Bei Impfungen kommt es nicht nur auf den Einzelnen an! Wer sich piksen lässt, leistet gleichzeitig einen Beitrag für sein gesamtes Umfeld. Grund ist der sogenannte Herdeneffekt: Je mehr Menschen einer Gruppe geimpft sind und damit als Überträger eines Erregers ausfallen, desto geringer ist die Ansteckungsgefahr für Personen, die für eine Impfung zu jung, zu krank oder zu geschwächt sind. Leider ist gerade bei der Grippeimpfung die Impfquote in Deutschland erschreckend niedrig. Selbst in der Risikogruppe der Senioren betrug sie für die Grippesaison 2015/2016 nur etwa 35 Prozent – im Gegensatz zu den von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlenen 75 Prozent. So können sich die Grippeviren leicht ausbreiten. Oft wird gegen eine Grippeimpfung eingewendet, dass sie keinen kompletten Schutz bietet, da die Erreger sich ständig verändern. Die WHO gibt daher jedes Jahr eine neue Empfehlung für die Zusammensetzung des Grippeimpfstoffes. Moderne Vierfach-Grippeimpfstoffe können nicht wie bisher nur gegen drei, sondern gegen alle vier wichtigen Grippevirenstämme Impfschutz vermitteln. Die Grippeimpfung bietet keinen hundertprozentigen Schutz, ist aber eine sehr gute Möglichkeit, das Risiko einer Grippeerkrankung zu reduzieren.

Von A/H1N1 bis B/Yamagata

Denn die Grippe wird von Viren aus zwei Influenza-A-Stämmen (H3N2 und H1N1) sowie Influenza-B-Viren der Linien Victoria und Yamagata ausgelöst. Klassische Dreifach-Grippeimpfstoffe können gegen die beiden Influenza A-Stämme und eine der B-Linien schützen. Tritt dann die „falsche“ B-Linie häufig auf, kann es zu Grippeerkrankungen trotz Grippeimpfung kommen. Deshalb empfiehlt die WHO, sich nicht auf die Dreifach-Grippeimpfstoffe zu beschränken.