Hitze macht besonders Älteren zu schaffen

Jeder vierte AOK-Versicherte über 65 Jahre ist über-durchschnittlich gefährdet, an heißen Tagen gesund-heitliche Probleme zu bekommen und deshalb ins Krankenhaus zu müssen.

Der Klimawandel hat auch Auswirkungen auf die Gesundheit: Jeder vierte AOK-Versicherte über 65 Jahre ist überdurchschnittlich gefährdet, an heißen Tagen gesundheitliche Probleme zu bekommen und deshalb ins Krankenhaus zu müssen.

Das zeigt der aktuelle Versorgungs-Report „Klima und Gesundheit“. „Ältere Menschen haben es bei Hitze auch deshalb schwerer, weil die Regulierung ihrer Körpertemperatur zunehmend langsamer wird“, sagt Johannes Kiep, Präventionsexperte bei der AOK in Schweinfurt. Da die Wärme über das Blut aus dem Körper transportiert werden muss, ist zudem die Wärmeregulation umso schwieriger und anstrengender, je höher die Umgebungstemperatur ist.

Flüssigkeitsverlust durch Trinken ausgleichen

„Durch vermehrtes Schwitzen und zu wenig Trinken besteht die Gefahr, dass der Körper regelrecht austrocknen kann“, sagt Johannes Kiep. Dies betrifft neben älteren Menschen übrigens auch Säuglinge und Kleinkinder. Gleichzeitig lässt mit zunehmendem Alter das Durstgefühl nach. Besonders gefährdet sind Menschen mit Demenz und Alzheimer, die das Trinken häufig schlicht vergessen. Bei Hitze verliert der Körper mehr Flüssigkeit als sonst und scheidet mehr Mineralstoffe aus. Dagegen hilft nur ausreichend zu trinken: Leitungs- oder Mineralwasser, Früchte- oder Kräutertees löschen den Durst am besten. Fruchtsaftschorlen – aus höchstens einem Drittel Saft und mindestens zwei Dritteln Wasser – liefern neben Flüssigkeit auch Mineralstoffe. Wer sehr stark schwitzt, ist mit einem natriumreichen Mineralwasser gut bedient. Getränke sollten möglichst über den ganzen Tag verteilt werden. „Falls nötig, sollte man Erinnerungshilfen nutzen“, rät Nachname. Das können eine Flasche oder Kanne mit dem Getränk sein, die ab morgens gut sichtbar bereit steht, oder Erinnerungshilfen: seien es die Angehörigen, die regelmäßig zum Trinken animieren oder auch (Kurzzeit-)Wecker. Übrigens: Eisgekühlte Getränke löschen den Durst nicht besser als temperierte – ganz im Gegenteil: Sie führen zu vermehrtem Schwitzen und können sogar Magenbeschwerden verursachen. Johannes Kiep rät außerdem dringend von alkoholischen Getränken ab – sie erweitern die Gefäße und entziehen dem Körper sogar Flüssigkeit. Zu den erforderlichen 1,5 bis zwei Liter Flüssigkeitsaufnahme tragen auch (Zwischen-) Mahlzeiten mit viel Gemüse, Salat und Obst bei. Leichte Gerichte aus diesen Zutaten sind bei Hitze besser verträglich und belasten den Körper weniger als deftige Kost.

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Hitze meiden und für Abkühlung sorgen

Bei einer Hitzewelle gilt es, Anstrengung zu meiden bzw. nicht vermeidbare Tätigkeiten auf die kühleren Tageszeiten zu legen. Ansonsten sollten gerade Ältere ihre Wohnung gegen Hitze abschirmen. Lüften ist nur sinnvoll, solange es draußen kühler ist als drinnen, etwa am frühen Morgen. Direkte Sonneneinstrahlung gilt es zu vermeiden, indem man die Fenster tagsüber abdunkelt. Zusätzlich ist es sehr hilfreich, für Abkühlung zu sorgen. „Lassen Sie kaltes Wasser über die Handgelenke laufen oder nehmen Sie – wenn möglich – ein kaltes Unterarm- oder Fußbad, am besten im Wechsel“, rät Johannes Kiep. Das erfrischt und kurbelt den Kreislauf an, ebenso wie hin und wieder eine Dusche mit nicht ganz kaltem Wasser. Nützlich sind auch kühle Kompressen auf Stirn und Nacken.