Streifzug in die Vergangenheit: Tag des offenen Denkmals

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Der Eberner Grauturm ist einer der höchsten Tortürme Bayerns. Am Tag des offenen Denkmals finden Führungen nach Bedarf durch den Eberner Türmer statt.
Foto: Landratsamt Haßberge

Der Tag des offenen Denkmals 2017 am Sonntag, den 10. September, steht unter dem Motto „Macht und Pracht“

Der Bevölkerung im Landkreis Haßberge wird auch an dem diesjährigen Tag des offenen Denkmals wieder die Gelegenheit gegeben, auch weniger bekannte, meistens nicht zugängliche Baudenkmäler kennenzulernen. Das Thema bezieht sich auf Denkmale, die weltliche und religiöse Machtverhältnisse abbilden: prächtige Schlösser, mächtige Kirchen, Patrizierhäuser mit aufwendigem Bauschmuck oder große historische Fabrikhallen. Es öffnen aber auch Denkmale ihre Türen, an denen sich Machtmissbrauch erklären lässt und solche, die an die Armut und Ohnmacht ihrer Zeit und Bewohner erinnern.

Der Tag des offenen Denkmals lädt die Bevölkerung zu einem Streifzug durch die 300-jährige Geschichte von Schloss Burgpreppach ein.
Der Tag des offenen Denkmals lädt die Bevölkerung zu einem Streifzug durch die 300-jährige Geschichte von Schloss Burgpreppach ein.
Foto: Landratsamt Haßberge

In ganz Deutschland öffnen rund 7.500 historische Baudenkmale, Parks oder archäologische Stätten ihre Türen, teilt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz in Bonn als bundesweite Koordinatorin der Aktion mit. Das aktuelle bundesweite Programm ist ab sofort unter www.tag-des-offenen-denkmals.de zu finden. Dort kann man sich alle teilnehmenden Denkmale einer Region anzeigen lassen, nach Denkmalkategorien suchen und über einen Merkzettel persönliche Denkmaltouren zusammenstellen. Die mobile Nutzung vor Ort ermöglicht eine kostenfreie App.

„Der Tag des offenen Denkmals ist geradezu ein Paradebeispiel dafür, wie es gelingen kann,  denkmalfördernde Kräfte zu vereinen. Engagierte Vereine, Gebäudeeigentümer, Gemeinden, amtliche Denkmalpflege, Architekten, Restauratoren oder qualifizierten Handwerker treffen zusammen und präsentieren ihre erfolgreichen Bausanierungen“, so Landrat Wilhelm Schneider. „Ich danke allen,  die sich aktiv für den Erhalt und die Pflege unseres kulturellen Erbes einsetzen und auch in diesem Jahr erfolgreich dazu beitragen, eine breite Öffentlichkeit für den Denkmalschutz zu sensibilisieren.“

Offene Denkmäler im Landkreis Haßberge:

Schloss Burgpreppach: Barockschloss erbaut ab 1717, nach Plänen von Josef Greissing. Haupttreppe nach Riss von Balthasar Neumann. 1717–2017 300 Jahre Schloss Burgpreppach: 11.30 Uhr bis 13.30 Uhr und 16.00 Uhr Modenschau mit festlicher Kleidung durch drei Jahrhunderte, historische Tänze im Schloss und im Schlosshof, Moderation zu Mode und Schlossgeschichte durch Monica von Deuster-Fuchs von Bimbach, Essen und Trinken. Öffnungszeiten: 10.30 bis 18.00 Uhr (außerhalb der Veranstaltung auf Anfrage), Führungen: Nach Bedarf  durch Monica von Deuster-Fuchs von Bimbach, Schlossbesitzerin. Kontakt: Monica von Deuster-Fuchs von Bimbach, Telefon 09534/255, E-Mail: cmvdeuster@freenet.de.

Ruine Wallburg: Auf einem Bergsporn über dem Main bei Eltmann gelegener Bergfried der ehemaligen Wallburg ob Eltmann. Rest einer ehemaligen Ministerialenburg der Würzburger Fürstbischöfe. Erbaut wurde der Turm Mitte bis Ende des 12. Jahrhunderts aus heimischen Sandstein. Öffnungszeiten: 13 bis 18.00 Uhr (außerhalb der Veranstaltung bei schönem Wetter geöffnet) 97483 Eltmann, Führungen: nach Bedarf durch den Verein für Heimatgeschichte. Kontakt: Verein für Heimatgeschichte Eltmann e.V., Willi Lediger, Telefon 09522/1000, E-Mail:ledigerwilli@googlemail.com und Rainer Reitz, Telefon 09522/800995.

Eberner Grauturm: Einer der höchsten Tortürme Bayerns, in der heutigen Form 1480 erbaut. 41 m hoch mit Rundblick, Türmerstube und Glockenspiel „Engel und Tod“. Öffnungszeiten: 14.00 bis 18.00 Uhr (Außerhalb der Veranstaltung sonn- und feiertags 14.00 bis 17.00 Uhr und bei Stadtführungen geöffnet). Führungen nach Bedarf durch Eberner Türmer. www.ebern.de, www.heimatmuseum-ebern.de.

Stadtmauer und -türme: Die mittelalterliche Stadtbefestigung Eberns hatte einst acht Türme. Zusammen mit dem Kirchturm der Stadtpfarrkirche als „Königskegel“ in der Mitte ergab das Ensemble ein Kegelspiel mit neun Kegeln. Leider wurden im 19. Jahrhundert drei der neun Türme abgebrochen. Es stehen noch die vier Ecktürme im Mauerring und der Grauturm als Torturm. Öffnungszeiten: ganztägig geöffnet (auch außerhalb der Veranstaltung). Führung „Von Kegel zu Kegel“ 10.00 Uhr und 14.00 Uhr durch Günter Lipp, Kreisheimatpfleger.

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Heimatmuseum Ebern: Ein schlichtes ehemaliges Bürgerhaus, wenige Schritte vom Grauturm entfernt, beherbergt seit 1974 das Museum. Reichhaltige Sammlung historischer Gegenstände aus Ebern und Umland. Öffnungszeiten: 14.00 bis 17.00 Uhr (außerhalb der Veranstaltung sonn- und feiertags 14.00 bis 17.00 Uhr geöffnet). Führung „Kinder führen Kinder“ um 14.00 Uhr. Kontakt: Tourist-Information Ebern, Helen Zwinkmann, Telefon  09531/62914, E-Mail: helen.zwinkmann@ebern.de.

Schloss Oberschwappach: 1733–1740 errichtete Dreiflügelanlage. Stuckdecken, Sommersitz der Äbte des Zisterzienserklosters Ebrach. Barocke Gartenanlage, Museum mit archäologischer und kunstgeschichtlicher Sammlung. Schwerpunkt: Barockzeit in Franken. Öffnungszeiten: 14.00 bis 17.00 Uhr (außerhalb der Veranstaltung April bis Oktober sonn- und feiertags 14.00 bis 17.00 Uhr sowie auf Anfrage). www.knetzgau.de, www.museen.bistum-wuerzburg.de. Führungen: 14.30 Uhr und nach Bedarf durch den Kulturverein Museum Schloss Oberschwappach. Kontakt: Gemeinde Knetzgau, Telefon 09527/7913, E-Mail: gemeinde@knetzgau.de.

Burgruine Altenstein: erste Erwähnung 1225. Die Burgruine Altenstein liegt am südöstlichen Rande des Dorfes Altenstein auf dem höchsten Punkt des Altensteiner Berges. Zerstörung im Bauernkrieg 1525, Wiederaufbau 1567. Im 30-jährigen Krieg, um 1632, brannte sie teilweise ab. Seit 1703 verfällt die Burg zunehmend. Sie wurde aber dennoch bis 1790 bewohnt. Die Burg Altenstein war der Stammsitz der Stein von Altenstein. Es handelt sich um eine Ganerbenburg, die zeitweise als Wohnsitz für sieben Familien diente. Förderprojekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Öffnungszeiten: 8.00 bis 21.00 Uhr Sommer, 9.00 bis 17.00 Uhr Winter, 11.00 bis 17.00 Uhr Bewirtung (Öffnungszeiten gelten auch außerhalb der Veranstaltung). Führungen: 13.00 Uhr bis 16.00 Uhr zu jeder vollen Stunde durch Mitglieder des Burg- und Heimat­verein e.V. und des Zweck­verband Deutscher Burgenwinkel, www.burg-altenstein.de.

Der jüdische Friedhof in Kleinsteinach
Foto: Landratsamt Haßberge

Jüdischer Friedhof Kleinsteinach: In der zweiten Hälfte des 16. Jhs. angelegt. Mit
einer Größe von 12.240 Quadratmeter der zweitgrößte in Unterfranken. Der älteste noch lesbare Grabstein stammt von 1603. Heute sind noch über 1.107 Grabsteine sichtbar. Letztes Grab von März 1942. Als Besonderheit gilt das gut erhaltene Tahara-Haus aus dem 18. Jh. und das restaurierte Kriegerdenkmal von 1914–1918. Öffnungszeiten: 11.00 bis 18.00 Uhr und auf Anfrage (außerhalb der Veranstaltung auf Anfrage geöffnet). www.museum-kleinsteinach.de, www.riedbach.de. Führung: um 14.00 Uhr durch Israel Schwierz und Thomas Schindler. Kontakt: Arbeitskreis Landjudentum Kleinsteinach Uta Albert, Telefon 09526/1503, Leiter Bernd Brünner, Telefon 09526/ 774.

Pilgerspaziergang Haßfurt: Dieser geführte, zirka zwei Kilometer lange Spaziergang mit ­Sabine Selig beginnt in Haßfurts Altstadt und ­endet in Mariaburghausen im Kloster Kreuztal. Der gotische Bau wurde im 13. Jahrhundert durch Äbtissin Kunigundis I. in Auftrag gegeben. Unterwegs laden viele unterschiedliche Bauwerke dazu ein, einen anderen Blickwinkel auf die Um­gebung zu bekommen. Beginn: 10.00 Uhr, Dauer  zirka 1,5 Stunden. Treffpunkt:  Parkplatz Tränkberg am Fröschturm, 97437 Haßfurt, Am Fröschgraben 15. Kontakt:  Anna Anania, Stadt Haßfurt. Kulturamt und Tourist-Info, Telefon 09521/9585745.