Der Buchsbaumzünsler ist auch im Hochsommer noch unterwegs

Kleiner Bösewicht: Der gefräßige Buchsbaumzünsler ist auch jetzt noch unterwegs und kann erhebliche Schäden anrichten. Foto: Landratsamt Coburg / Berthold Köhler

Garten- und Buchsbaumbesitzer aufgepasst: Noch immer sind die Raupen des Buchsbaumzünslers aktiv und richten an Buchshecken große Schäden an.

Thomas Neder, Kreisfachberater für Gartenbau und Landespflege am Landratsamt Coburg, klärt auf: „Mit Fraßschäden durch den Buchsbaumzünsler ist etwa von April bis Mitte September zu rechnen.“ Je nach Jahresklima seien zwei bis drei Generationen der Schädlinge möglich.

Für Wolfgang Sommer, den Abfallberater am Landratsamt Coburg, ist der Buchsbaumzünsler inzwischen zum Dauerthema geworden. Er sagt: „Wir bekommen den ganzen Sommer über immer wieder Anfragen zur richtigen Entsorgung befallener Buchspflanzen.“ Er gibt Tipps zur Bekämpfung des Schädlings sowie zur richtigen Entsorgung, wenn eine Buchspflanze doch einmal nicht mehr zu retten ist.

Inzwischen sind im Kampf gegen den Buchsbaumzünsler neue Insektizide auf dem Markt gekommen, die mit Wirkstoffen natürlichen Ursprungs oder auf chemischer Basis wirken. Unter Beachtung der Anwendungshinweise funktioniert diese Art der Zünslerbekämpfung gut. Thomas Neder kennt Produkte, die aus den Samen des tropischen Neembaums gewonnen werden. Er weiß: „Diese sollen die Entwicklung der Larven hemmen sowie die Häutung und Verpuppung verhindern.“ Alternativ lässt sich der Buchsbaumzünsler auch mit einem einfachen Hausmittel bekämpfen. Dieses setzt sich aus einem halben Liter Wasser, vier Esslöffeln Weinessig, drei Esslöffeln Rapsöl und einem Tropfen Spülmittel zusammen.

Bei allen Varianten im Kampf gegen den Buchsbaumzünsler gilt: Je kleiner und jünger die Larven sind, desto wirksamer sind die eingesetzten Mittel. Manche Gärtner empfehlen zudem, befallene Pflanzen mit einem Hochdruckreiniger abzusprühen. Nach den Erfahrungen der Kreisfachberatung sind Buchsbäume, die nicht geschnitten werden, zudem offener und für nach Raupen suchende Vögel besser zugänglich. Die Folge: Die Pflanzen kommen häufig gut mit dem Buchsbaumzünsler zurecht.

Für durch den Buchsbaumzünsler befallene Buchsbaumabfälle gibt es einen einfachen Entsorgungsweg: die Grüngutsammelplätze im Landkreis. Dort werden die Grünabfälle von der Firma Panzer als Partner des Landkreises Coburg regelmäßig abgeholt. Das Material wird im Rödentaler Stadtteil Blumenrod gehäckselt und auf Kompostmieten aufgesetzt. „Die dabei entstehenden Temperaturen von bis zu 60 Grad lassen die Raupen und Eier, die sich im Gespinst im Inneren der Buchsbäume befinden, zuverlässig absterben“, erklärt Wolfgang Sommer. Wer größere Mengen Grüngut mit einem Volumen von mehr als einem Kubikmeter hat, sollte diese direkt nach Blumenrod bringen.

Der in Ostasien beheimatete Buchsbaumzünsler breitet sich seit 2007 – vermutlich durch Pflanzenimporte aus der Schweiz – auch im Coburger Land aus. Begünstigt wird seine Ausbreitung zusätzlich durch den Klimawandel. Der ausgewachsene Falter lebt übrigens nur etwa acht Tage.

Wer auf Nummer sicher gehen will, kann vom Zünsler befallenes Buchsbaumgrüngut auch in festen Säcken über den Restmüll entsorgen. Dieser wird verbrannt, wodurch eine weitere Verbreitung des Schädlings zuverlässig verhindert wird. Im Coburger Müllheizkraftwerk ist eine Ablieferung am Montag, Mittwoch oder Freitag möglich – allerdings nur nach telefonischer Voranmeldung unter 09561/5530-777 (täglich 10 bis 11.30 Uhr).

Aber es geht sogar noch einfacher: online unter www.zaw-coburg.de. Dort kann man den Tag und die Uhrzeit der Anlieferung festlegen, das Kfz-Kennzeichen eingeben – und dann seine Abfälle sicher entsorgen. Einfacher und schneller geht’s nicht.