Wie das deutsche Bildungssystem nachhaltig erfolgreich wird. Lernen in virtuellen Welten soll das Wissen nachhaltig verankern.
(DJD). Die Digitalisierung an deutschen Schulen geht vielerorts schleppend voran. Es fehlen ein stabiles W-Lan, genügend technische Geräte oder die Lizenzen für Lernprogramme. Hinzu kommt unzureichendes Wissen seitens der Lehrkräfte. Dabei ist es höchste Zeit, die Schulen entsprechend auszustatten. Denn technische Hilfsmittel tragen zu einem nachhaltigen Lernerfolg bei – und bereiten Kinder und Jugendliche auf die Zukunft vor.
Das Bildungssystem verbessern
Nicolas Colsman hat die gemeinnützige Organisation Zukunft Digitale Bildung gegründet. Ihr Ziel: eine chancengerechte, nachhaltige und zukunftsfähige Bildung für alle zu schaffen. „Wir müssen die Erkenntnisse aus der Pandemie nutzen, um unser Bildungssystem nachhaltig zu verbessern und fit für die Zukunft zu machen“, sagt Colsman. Die Digitalisierung des Bildungssystems ist für ihn eine Notwendigkeit – aber auch eine immense Chance. Technologien wie zum Beispiel Virtual Reality (VR) seien nicht einfach nur ein digitales Werkzeug, sondern ein „echter Game-Changer“, der das Potenzial habe, das Lernen auf eine völlig neue Ebene zu heben. Im Fall von VR bedeutet das: Mithilfe einer speziellen Brille tauchen Schülerinnen und Schüler in eine virtuelle Welt ein und haben dabei das Gefühl, hautnah etwas zu erleben. So können sie beispielsweise virtuell das antike Rom besuchen oder ein chemisches Experiment gefahrlos durchführen. Diese immersive Lernerfahrung verankert das Wissen und erhöht den Spaß am Lernen. Studien haben bereits gezeigt, dass VR-gestütztes Lernen zu einer höheren Wissensretention führt.
Landesweites Pilotprojekt
Ein Bundesland, das die Notwendigkeit und Chancen der Digitalisierung bereits erkannt hat, ist unter anderem Nordrhein-Westfalen. In einem europaweiten Ausschreibungsverfahren hat das Ministerium für Schule und Bildung des Landes die Einführung von Virtual-Reality-Lernlösungen an die Deutsche Telekom Business Solutions GmbH und die VIL GmbH vergeben. Mit etwa fünf Millionen Euro ist dieses Projekt eine der umfangreichsten VR-Initiativen im europäischen Bildungswesen. Das Geld fließt unter anderem in die Ausstattung der Kommunalen Medienzentren und Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung sowie in das „Train the Teacher“-Programm. Dieses soll Lehrkräfte im Umgang mit VR schulen, um eine effektive Nutzung der Technologie zu gewährleisten. Jan-Philipp Moritz, Geschäftsführer der VIL GmbH, sagt: „Wir sind sehr stolz darauf, mit dem Pilotprojekt einen Beitrag in Richtung digitale Bildung leisten zu können.“ VR könne den Schulunterricht sinnvoll ergänzen. Zudem fördere die Technologie die Medienkompetenz, insbesondere durch die gezielte Auseinandersetzung mit dem Medium Video.



