Runderneuerung in Schonungen

Das Foto zeigt von links Bürgermeister Stefan Rottmann und den Leiter der Bauverwaltung, Sebastian Heurich vor dem Felsenkeller-Areal, das nun zur städtebaulichen Neuordnung eine zentrale Rolle spielen wird. (Foto Simon Jäger)

Bachstraßensanierung und Brückenneubau hat Priorität. Schonungen nimmt Anlauf für weitere umfangreiche Großprojekte.

Schonungen steht vor einer Rundumerneuerung: Die städtebaulichen Planungen von Architekt Artur Metz wurden jedenfalls in der vergangenen Ratssitzung sehr gelobt. So soll der Umbau des Ortskerns weiter an Dynamik gewinnen, erklärt Bürgermeister Stefan Rottmann.

Mit Schonungens neuer Mitte habe man schon bewiesen, dass man mit Großprojekte umgehen kann. Etwa 50 Millionen Euro sind in die Sanierung und städtebauliche Erneuerung geflossen. Damals wurde auf einem etwa 10 Hektar großen Wohngebiet über Jahre eine Altlast abgetragen und ein völlig neues Wohnquartier mit Pflegezentrum, Sozialstation, Tagespflege und vielen neuen barrierefreien Wohnungen aufgebaut.

Durch glückliche Umstände konnte jetzt das Felsenkeller- und Tegut-Areal im Herzen Schonungens gekauft werden. Das ermöglicht für die Zukunft ganz neue Gestaltungsoptionen, wie Bürgermeister Stefan Rottmann erklärt. Und auch die Regierung von Unterfranken hat das Potenzial erkannt und so wurde unter Bürgerbeteiligung eine Evaluation der städtebaulichen Ziele vorgenommen und Handlungsoptionen abgeleitet werden.

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In Bürgerworkshops habe man sich intensiv mit Gestaltungsoptionen beschäftigt. Vor allem aber wurden Ideen entwickelt und Prioritäten gesetzt. Kernelement ist die Umgestaltung der Bachstraße, einer der wichtigsten Zubringerverbindungen in die Siedlungen Schonungens. Insgesamt soll der vorhandene Platz optimal ausgenutzt und links bzw. rechts der Straße mehr Parkraum wie auch ein durchgängiger Baumbestand geschaffen werden. Die größte Veränderung zeichnet sich an der Bachstraßenbrücke ab: Dort sollen die beiden 90-Grad-Kurven entschärft werden. Das gelingt, wenn die Brücke neu gebaut und nach vorne, diagonal zum Grobesberg angeordnet und verbreitert wird.

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Ein Kreisverkehr im Bereich Flessabank bzw. Raiffeisenstraße hätte viele Vorteile: Die Linksabbiegerspur an der Staatsstraße würde entfallen. Die Geschwindigkeit würde gebremst, die Bypass-Straße hinter der Verkehrsinsel würde überflüssig werden. Es könnte eine völlig neue, komfortablere Bushaltestellensituation geschaffen werden. Aktuell kommt es dort immer wieder zu Verkehrsbeeinträchtigungen, wenn der nach Schweinfurt abbiegende Bus wartend in der kompletten Kreuzung steht: Das würde sich entschärfen, denn der im Kreisverkehr fahrende Bus hätte Vorfahrt.

Auch gegenüber wurde ein noch schlummerndes Potenzial erkannt. Neben der vorhandenen Parkbucht befindet sich eine ungenutzte Fläche mit Bänken und kleinen Hecken. Der Bereich könnte insgesamt für einen zentralen Parkplatz ausgeweitet werden, sodass dort 30 Fahrzeuge Platz hätten, aber auch einige Bäume. Von dort aus könnte eine Treppe direkt hinunter zur Steinach-Unterführung gebaut werden, sodass die Straße gar nicht überquert und aber auch der Parkplatz eine direkte Anbindung zum Festplatz erfährt.

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Ein zentrales Anliegen ist es, den Tegut-Markt zu erhalten, dementsprechend wurde auch die Umfahrung im Bereich Rathaus/Tegut geplant. Auch das wurde in den Plänen berücksichtigt. Insgesamt könnte an der Stelle der Bach ausgeweitet werden, damit die alte Nebumuk-Brücke noch besser zur Geltung kommt. Diese soll künftig als Fußgängerbrücke mit einem direkten Fußgängerüberweg an der Bachstraße angebunden werden. So könnten großzügige Flächen rund um das Rathaus künftig verkehrsberuhigt sein.

Erfreulicherweise wird auch die Lebenshilfe ihr komplettes Schulareal umgestalten und mit Neubauten ergänzen. Dabei gelingt es auch einen durchgängigen Geh- und Radweg zu gestalten, der dann am Rathaus Richtung Main fortgeführt werden kann. Die öffentlichen Parkplätze am ehemaligen Dürrgelände blieben erhalten und auch die Durchgängigkeit zum Geh- und Radweg. Eine neue Gestaltung soll auch der alte Friedhof erfahren, der zu einem spirituellen Ort werden könnte.

Bürgermeister Stefan Rottmann erinnerte in dem Zusammenhang daran, dass mit dem Neubau des Bauhofs in Marktsteinach, dann auch der Umbau hin zu einem Blaulichtzentrum an der Hofheimerstraße bzw. Werlingstraße ein großes Thema wird. Und auch der Bereich rund um den Bahnhaltepunkt könnte einer Umgestaltung unterzogen werden: Hier gibt es bereits einen schubladenreifen Plan, der diese wichtige Verkehrsdrehscheibe weiter aufwertet.

Die Räte zeigten sich mit der vorgelegten Planung sehr zufrieden. „Da steckt viel Potenzial im Altort von Schonungen“, erklärt Bürgermeister Stefan Rottmann. Mit der vorgelegten Planung könnte die Straßen- und Wegeführung verbessert, mehr Parkraum und Grünflächen geschaffen werden.

Erster Schritt wird nun sein, das Lager des Teguts zu versetzen, um eine völlig neue Straßenführung hin zur Ludwig-Grobe-Straße zu schaffen. Diese dient dann als wichtige Umgehung hinauf zum Grobesberg, wenn die Bachstraßensanierung und der Brückenneubau ansteht. Das Ratsgremium beschloss einstimmig den Jahresantrag zur Städtebauförderung.

Insgesamt stimmte Bürgermeister Stefan Rottmann die Ratsmitglieder auf ein Jahrzehnt der Baustellen ein: In Schonungen plant die benachbarte Lebenshilfe umfangreiche (Neu-)Baumaßnahmen, die alte Grundschule soll zu einem neuen Wohnquartier umfunktioniert werden – außerdem wird neben der neuen Grundschule auch die Realschule neu gebaut, die Schwimm- und Turnhalle sowie das Freisportgelände saniert. Neben weiteren Gewerbeansiedlungen und dem Bau eines Wertstoffhofs in Schonungen, soll der alte Bauhof zu einem Blaulichtzentrum umgebaut und erneuert werden, sowie der Bauhof mit Forstbetrieb in Marktsteinach neu gebaut werden.